Der Medienkonzern Axel Springer will sein digitales Geschäft massiv ausbauen. Ziel sei es, den Umsatz in spätestens sieben Jahren etwa zur Hälfte mit dem Print- und zur anderen Hälfte mit dem Online-Geschäft zu erzielen, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Berlin.
Axel Springer sieht sich "in historischer Bestform"
Berlin (dapd). Der Medienkonzern Axel Springer will sein digitales Geschäft massiv ausbauen. Ziel sei es, den Umsatz in spätestens sieben Jahren etwa zur Hälfte mit dem Print- und zur anderen Hälfte mit dem Online-Geschäft zu erzielen, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Berlin. Der im MDAX notierte Konzern sei derzeit in "historischer Bestform" und hervorragend positioniert, in besonderer Weise im internationalen Wettbewerb.
Die Springer-Strategie sei die "digitale Fortsetzung dessen, was der Konzern vor 60 Jahren im Zeitungsgeschäft" geleistet habe, sagte Döpfner. "Wir kaufen oder gründen marktführende Inhalteplattformen und marktführende Vermarktungsfirmen." Drittes Standbein sei das Rubrikengeschäft; Springer sicherte sich hier zuletzt die Mehrheit an dem französischen Immobilienportal Seloger.com.
Im vergangenen Jahr hat der Berliner Konzern operativ so viel verdient wie noch nie. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stand ein Gewinn von 510,6 Millionen Euro, 53 Prozent mehr als 2009. Wachstumstreiber war dabei vor allem das digitale Geschäft mit einer Einnahmensteigerung von mehr als 50 Prozent. Dagegen gingen die Erlöse im deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt um 6,1 Prozent zurück, mit Blättern wie "Bild" oder "Welt" setzte der Konzern 1,6 Prozent weniger um als 2009. Im internationalen Printgeschäft stiegen die Einnahmen indes um 28,6 Prozent.
Obwohl der Gesamtumsatz des Konzerns dadurch um 10,8 Prozent auf 2,89 Milliarden Euro zulegte, blieb unter dem Strich weniger: Der Gewinn sank gegenüber dem Vorjahr um 12,7 Prozent auf 274,1 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen trotzdem mit einer Dividende in Rekordhöhe von 4,80 Euro je Papier bedacht werden, 0,40 Euro mehr als im Vorjahr.
dapd
