"Wir brauchen klar definierte Ziele und wir müssen mehr Verbindlichkeit erreichen" Merkel fordert schnellere Integration von Migranten

Zuwanderer müsse nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel schneller in die Gesellschaft integriert werden. "Wir brauchen klar definierte Ziele und wir müssen mehr Verbindlichkeit erreichen", sagte die CDU-Chefin am Mittwoch in Berlin bei der Verleihung eines Integrationspreises. Die Integration von Migranten müsse in Zukunft "zügiger und reibungsloser" gelingen, sagte die Kanzlerin.

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Merkel fordert schnellere Integration von Migranten

Berlin (dapd). Zuwanderer müsse nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel schneller in die Gesellschaft integriert werden. "Wir brauchen klar definierte Ziele und wir müssen mehr Verbindlichkeit erreichen", sagte die CDU-Chefin am Mittwoch in Berlin bei der Verleihung eines Integrationspreises. Die Integration von Migranten müsse in Zukunft "zügiger und reibungsloser" gelingen, sagte die Kanzlerin.

Merkel nannte Integration eine "Schlüsselaufgabe" der Gesellschaft. Vom ihrem Gelingen hingen die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und der Zusammenhalt der Gesellschaft ab. "All das werden wir ohne die Migranten nicht erreichen", hob die Kanzlerin hervor.

Merkel bemängelte, dass das Potenzial von Migranten bislang oft ungenutzt bleibe. Der öffentliche Dienst profitiere von der sprachlichen und interkulturellen Kompetenz der Zuwanderer. "Aber wir haben immer noch viel zu wenig Zuwanderer in unseren Dienststellen", kritisierte sie. Ausländische Familiennamen dürften zudem kein Hindernis bei Bewerbungen sein. "Ich glaube, hier müssen wir an vielen Stellen noch über den Schatten springen", sagte Merkel.

Eine vielversprechende Möglichkeit der Integration biete das Ehrenamt. Durch staatliche Stellen allein könne Integration nicht geleistet werden, sagte Merkel. Die CDU-Chefin ermunterte Zuwanderer, sich ehrenamtlich für die Gesellschaft zu engagieren. "Integration gelingt durch das Mitmachen", sagte sie.

Politik und Gesellschaft rief Merkel dazu auf, "vorurteilsfrei, positiv und aufgeschlossen" an Integration heranzugehen. Schwierigkeiten dürften in der öffentlichen Debatte aber nicht geleugnet werden, sagte sie. Als besonders drängende Probleme nannte Merkel ungenügende Sprachkenntnisse und die Vielzahl von Schulabbrechern unter Zuwanderern. "Damit dürfen wir uns schlicht und ergreifend nicht abfinden", sagte sie.

Der Verein "Initiative Hauptstadt Berlin" zeichnete auf der Veranstaltung drei Berliner Integrationsprojekte aus. Den ersten Preis und 10.000 Euro erhielt das Filmprojekt "Sprich mit", das Kindern mit ausländischen Wurzeln die deutsche Sprache näher bringen soll. Geehrt wurden mit je 5.000 Euro zudem ein Kunstprojekt für Migrantinnen und eine Initiative, die bei jungen Männern aus Zuwandererfamilien für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen wirbt. Um den "Hauptstadtpreis", der in diesem Jahr zum vierten Mal verliehen wurde, hatten sich 60 Projekte beworben.

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