OECD-Studie: "Unbezahlte Arbeit ist meistens Frauensache" Frauen kümmern sich häufiger um Haushalt, Erziehung und Pflege - Männer reparieren

Frauen arbeiten deutlich häufiger unbezahlt als Männer - vor allem, weil sie sich um Haushalt, Kindererziehung und Pflege kümmern. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Typische Männerarbeiten ohne Entgelt sind Reparaturen oder Handwerkertätigkeiten.

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Frauen kümmern sich häufiger um Haushalt, Erziehung und Pflege - Männer reparieren

Berlin/Paris (dapd). Frauen arbeiten deutlich häufiger unbezahlt als Männer - vor allem, weil sie sich um Haushalt, Kindererziehung und Pflege kümmern. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Typische Männerarbeiten ohne Entgelt sind Reparaturen oder Handwerkertätigkeiten.

Laut OECD arbeitet der Durchschnittsbürger im Schnitt fast dreieinhalb Stunden täglich unbezahlt. Deutschland liege mit 3,6 Stunden sogar darüber. Die Lasten sind jedoch ungleich verteilt: Frauen arbeiten in Deutschland rund hundert Minuten pro Tag mehr als Männer ohne Entgelt. Im OECD-Schnitt seien es sogar knapp 150 Minuten.

Unbezahlte Arbeit komme bei der Messung des gesellschaftlichen Wohlstands häufig zu kurz, da sie nicht im Bruttoinlandsprodukt (BIP) berücksichtigt werde, teilte die OECD mit. Wäre dies der Fall, würde sich nach ihren Schätzungen das BIP eines durchschnittlichen OECD-Landes, je nach angesetztem Stundenlohn, um 30 bis 50 Prozent erhöhen.

Ein Großteil der unbezahlten Arbeit seien Tätigkeiten im Haushalt. Wie die Studie zeigt, gibt es immer noch typische Frauen- und Männertätigkeiten: Dreimal so viele Frauen wie Männer putzen; doppelt so viele Frauen wie Männer kochen und kümmern sich um die Kindererziehung. Hingegen sind dreimal so viele Männer mit Bau- und Reparaturarbeiten beschäftigt. Bei ehrenamtlichen Tätigkeiten liegen beide mit jeweils drei Prozent gleich auf.

Als Grund für den hohen Frauenanteil bei der unbezahlten Arbeit gab die OECD an, dass Frauen häufiger als Männer keiner Lohnarbeit nachgingen oder nur Teilzeit arbeiteten. In Ländern, in denen viele Frauen Vollzeit arbeiten, übernähmen Männer mehr unbezahlte Arbeit. In der Regel gelte: Je höher der Anteil erwerbstätiger Frauen in einem Land sei, desto ausgeglichener sei die Gesamtarbeitszeit - sowohl unbezahlt als auch bezahlt - zwischen den Geschlechtern.

In der alle zwei Jahre erscheinenden Studie "Gesellschaft auf einen Blick" werden soziale und politische Entwicklungen in den Mitgliedsländern der OECD verglichen. In der aktuellen Ausgabe geht es um die Bedeutung unbezahlter Arbeit für den gesellschaftlichen Wohlstand.

dapd