Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum erhöht. Er erwartet nun 2,5 Prozent 2011 und 2,1 Prozent 2012. Das sind für dieses Jahr 0,3 Prozentpunkte mehr als noch im Januar geschätzt und 0,1 Prozentpunkte mehr für nächstes Jahr.
IWF korrigiert Deutschland-Prognose nach oben
Vergangene Woche hatten bereits die führenden Wirtschaftsinstitute ihre Prognose erhöht. Besonders stark soll dem IWF zufolge China laufen mit plus 9,6 Prozent 2011 und plus 9,5 Prozent 2012, wie die Organisation mitteilte.
Für Japan und die USA kürzte der IWF dagegen seine Prognose 2011. Wegen der Dreifach-Katastrophe in Japan erwartet er ein um 0,2 Prozentpunkte niedrigeres Wachstum von 1,4 Prozent - für 2012 aber erwartet der IWF es um 0,3 Prozentpunkte höher bei 2,1 Prozent. Die Schäden der Katastrophen dürften drei bis fünf Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung ausmachen, deutlich mehr als beim Erdbeben 1995 in Kobe.
Das Wachstum der Weltwirtschaft wird danach von 5,0 Prozent 2010 auf 4,4 Prozent 2011 zurückgehen und 2012 auf 4,5 Prozent wieder steigen. Risiken für die Weltwirtschaft sieht der IWF in den steigenden Öl- und Rohstoffpreisen, in Überhitzungstendenzen in den Schwellenländern und in mangelnder Konsolidierung der öffentlichen Haushalte in den USA und Japan. Problematisch sei auch der hohe Finanzierungsbedarf von Banken und Staaten, vor allem in den Randländern des Euro.
Gleichwohl sinke die Wahrscheinlichkeit eines Abschwungs der Weltwirtschaft, weil das Auslaufen der staatlichen Konjunkturprogramme begleitet werde von einem Erstarken der privaten Nachfrage, hieß es in deutschen Regierungskreisen.
Deutschland werde in dem Frühjahrsbericht an drei Stellen positiv erwähnt, bei der Wachstumsdynamik, bei der Haushaltskonsolidierung und beim Arbeitsmarkt. Von den 3,6 Prozent Wachstum gingen 2,5 Prozentpunkte auf das Konto der Binnennachfrage und 1,1 Prozent auf den Außenbeitrag.
dapd