Unternehmerfrauen im Handwerk gegen Frauenquote Frauenquote: Nicht im Handwerk

Flexible Frauenquote? 30 Prozent-Quote? Während die Politik noch darüber streitet, wie mehr Frauen in die Chefetagen kommen, steht für die Unternehmerfrauen im Handwerk längst fest: Eine Frauenquote ist gar nicht nötig. Von Hanni Kinadeter

Frauenquote: Nicht im Handwerk

"Auch das Handwerk braucht mehr Frauen", sagt Heidi Kluth, Bundesvorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH). "Aber eine Quote bringt uns nicht weiter.“ Denn Betriebe könnten nicht immer eine Frau als Führungskraft einstellen, weil bislang nicht genügend qualifizierte Frauen zur Verfügung stehen. Anders als beispielsweise bei den Akademikern seien im Handwerk gut qualifizierte Frauen noch nicht "in Masse" vorhanden, berichtet Kluth. Eine Frauenquote würde Handwerksbetriebe daher wohl nicht weiterbringen.

Unionsinterner Streit um die Quote

Im März will die schwarz-gelbe Bundesregierung klären, wie der Anteil von Frauen in Führungspositionen nachhaltig erhöht werden kann. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fordert, dass Unternehmen mindestens 30 Prozent der Posten in Führungspositionen und Aufsichtsräten mit Frauen besetzen sollen. $(LEhttp://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/news/News-Kompromiss-bei-Frauenquote-in-Sicht_5897678.html:Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hingegen hatte sich für die Einführung einer flexiblen Frauenquote ausgesprochen.|_top)$ Demnach sollten Unternehmen dazu gezwungen werden, selbst eine Frauenquote festzulegen.

Während von der Leyen ihre Forderung vor allem an börsennotierte Unternehmen richtet, spricht Schröder davon, die flexible Quote für Unternehmen "ab einer bestimmten Größe" einzuführen. Die Details dazu müssen nach Angaben einer Sprecherin des Bundesfamilienministeriums noch geklärt werden. Von der Leyen geht davon aus, dass noch im Laufe des Jahres ein abgestimmter Gesetzesentwurf präsentiert wird.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt eine gesetzliche Frauenquote für die deutsche Wirtschaft ab. "Es wird keine gesetzlich verpflichtende Quote geben", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Eine solche Regelung sei nicht durchsetzbar.

Merkel wolle der Wirtschaft außerdem eine zweite Chance geben, selbst Fortschritte zu erreichen, fügte Seibert hinzu. Diese müssten aber innerhalb eines "überschaubaren Zeitraums" vorliegen und dürften "nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag" verschoben werden.

Karriere auch ohne Quote

Eine Frauenquote im Handwerk wäre ein "unnötiger Eingriff in die Personalpolitik", findet Kluth. Wichtig ist ihrer Ansicht nach vor allem, dass die Zahl der weiblichen Auszubildenden im Handwerk weiterhin steigt. Denn, wenn erst einmal mehr Frauen im Handwerk tätig seien, fänden sie automatisch den Weg in die Führungspositionen. Alleine auf Frauen setzt Kluth aber nicht: "Jung und alt, Männer und Frauen zusammen in einem gemischten Team entwickeln eine ganz andere Dynamik."

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mit Material von dapd