Gesellschaft für Konsumforschung Deutsche konsumieren wieder

Die anhaltend gute Entwicklung am Arbeitsmarkt hat die Angst der Verbraucher vor einem Jobverlust weiter abklingen lassen und ihre Konsumlaune nach einer kurzen Verschnaufpause im Januar wieder etwas angehoben.

Deutsche konsumieren wieder

"Damit können wir jetzt schon von einem starken Auftakt in ein gutes Konsumjahr sprechen", sagte der GfK-Vorstandsvorsitzende Klaus Wübbenhorst. Nun komme es darauf an, den starken Fahrtwind in das Jahr 2011 mitzunehmen, damit nach dem "Konsum-Wintermärchen" ein "Konsum-Frühling" folge.

Nach GfK-Angaben verbesserte sich im Januar vor allem die Kauflaune im Vergleich zum Vormonat wieder deutlich: Der Index der Anschaffungsneigung legte um 8 auf 41,8 Punkte zu und liegt damit auf dem höchsten Stand seit Dezember 2006. Hauptgrund hierfür ist die nach wie vor erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt. Denn mit der sinkenden Angst vor einem Jobverlust werde die Kauffreude angekurbelt, hieß es. Für Februar erwarten die Marktforscher einen Anstieg des Konsumklimaindex auf 5,7 Zähler. Für Januar ergab sich ein nach oben revidierter Wert von 5,5 Punkten.

Die Konjunkturerwartung, die im Dezember leichte Einbußen verzeichnet hatte, stabilisierte sich im Januar auf diesem Niveau. Mit 58,8 Zählern liegt der Indikator aber deutlich über dem Vorjahreswert von nur 1,5 Punkten. "Die Verbraucher erwarten weiterhin eine deutlich positive Entwicklung der deutschen Wirtschaft", erklärte GfK-Autor Rolf Bürkl. Auch hier spiele der Arbeitsmarkt eine wesentliche Rolle.

Weiter abwärts ging es indes mit der Einkommenserwartung. Angesichts wieder deutlich gestiegener Lebensmittel- und Energiepreise rechneten erneut weniger Menschen als im Vormonat mit einer Verbesserung ihres persönlichen Einkommens. Der entsprechende Index verlor 2,6 auf 37,7 Punkte. Vor einem Jahr betrug er 12,5 Zähler.

Binnenkonsum als zweite Wachstumssäule

"Die Rahmenbedingungen sind gut, dass unsere Wirtschaft auch in diesem Jahr weiter auf Erfolgskurs segelt", betonte GfK-Chef Wübbenhorst. Der Privatkonsum, der fast 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmache, könnte zur entscheidenden Stütze der Binnenkonjunktur werden. Damit hänge die deutsche Wirtschaft nicht mehr so stark vom Exporterfolg ab, sondern erhalte mit dem Privatkonsum eine zweite Wachstumssäule.

Wübbenhorst warnte allerdings davor, sich zurückzulehnen. Das gelte vor allem für die Politik. "GfK-Studien zeigen, dass die Verbraucher Planungssicherheit und Vertrauen in die Zukunft brauchen, damit sie tiefer ins Portemonnaie greifen", erklärte er. Nur dann habe der Konsum die Chance, die erwartete Verlangsamung beim Exportwachstum zu kompensieren und selbst zur nachhaltigen Wachstumslokomotive zu werden.

dapd