Kochen ist "in" und gesunde Ernährung hat Hochkonjunktur. Aber leider beschränkt sich dies bei vielen Deutschen darauf, Ratgeberbücher zu kaufen und Kochshows im Fernsehen anzusehen. Angesichts der immer neuen Lebensmittelskandale zeigt sich jetzt jedoch, dass Geiz nicht immer so geil ist. Kommentar von Jana Tashina Wörrle
Geiz ist nicht immer geil
Angesichts der immer neuen Lebensmittelskandale zeigt sich jetzt, dass Geiz nicht immer so geil ist. Die Mehrheit aller Bürger fordert aufgrund des aktuellen Dioxinskandals, dass Produzenten und Politiker sich darum kümmern sollen, dass der Einkauf im Supermarkt wieder sorgenfrei wird und man sich nicht mehr vor der Gefahr aus dem Frühstücksei oder dem Gammelfleisch am Imbissstand fürchten muss. Doch auch die Verbraucher müssen aufwachen und ihren Teil dazu beitragen. Es kann nicht so weitergehen wie bisher. Hauptsache billig ist keine Lösung.
In Umfragen sprechen sich zwar immer mehr Menschen dafür aus, dass sie wissen wollen, wo die Lebensmittel herkommen und dass sie auch verstärkt Produkte aus der Region kaufen möchten. Leider liegen hier Theorie und Praxis bislang noch weit auseinander. Zwar stehen Bücher wie "Die Essensfälscher" oder "Anständig essen" auf aktuellen Bestsellerlisten in den oberen Rängen und TV-Sterneköche werden zu Idolen hochgejubelt. Doch gleichzeitig liegen die Ausgaben für Nahrungsmittel in deutschen Haushalten mit 14,3 Prozent nach Angabe des Statistischen Bundesamts weit unter denen für Wohnen und Energie (32,6 Prozent) und auch unter denen für Verkehr (14,6 Prozent). Das Auto scheint doch noch wichtiger zu sein als das, was auf den Tisch kommt.
Natürlich bestimmt nicht nur der Verbraucher allein, wie viel er für die einzelnen Posten seiner privaten Ausgaben veranschlagen muss und viele müssen mit ihren knappen Budgets auch gut überlegen, wie sie den Kühlschrank füllen. Trotzdem hat es der Verbraucher selbst in der Hand zu bestimmen, wie viel ihm seine Gesundheit Wert ist und wie viel er dazu beitragen möchte, dass der Preiskampf der großen Supermarktketten immer wieder dazu führt, dass ein neuer Skandal den alten jagt. Wie wäre es denn damit, mal wieder auf den heimischen Wochenmarkt oder zum Bäcker oder Metzger um die Ecke zu gehen. Oft bekommt man hier noch Produkte, die ihr Geld Wert sind.