Nach einer monatelangen Bergfahrt hat sich die Stimmung der Verbraucher zum Jahresende überraschend eingetrübt. Obwohl der Einzelhandel von einem guten Weihnachtsgeschäft spricht, nahm die Bereitschaft zu größeren Einkäufen in Erwartung höherer Preise im Dezember leicht ab.
Verbraucherstimmung trübt sich etwas ein
Die Verbraucher betrachteten zudem die Entwicklung ihres persönlichen Einkommens und der deutschen Wirtschaft wieder etwas skeptischer als im Vormonat.
Für den Januar 2011 prognostiziert der Marktforscher daher einen leichten Rückgang des Konsumklima-Index auf 5,4 Zähler, nach 5,5 im Dezember. Im Dezember 2009 hatte er noch bei 3,6 Punkten gelegen. Seit Juli 2010 war er stetig gestiegen. "Die Konsumenten sehen die deutsche Wirtschaft angesichts der nach wie vor guten Entwicklung am Arbeitsmarkt weiter klar auf Wachstumskurs", erklärte GfK-Autor Rolf Bürkl.
Der Vorstandsvorsitzende der Nürnberger Marktforscher GfK, Klaus Wübbenhorst, sprach von einer Verschnaufpause, die nicht überbewertet werden sollte. "Der Konsum bewegt sich auf keinem glatten Eis, sondern auf einem sicheren Boden", sagte er der Nachrichtenagentur dapd. Die jüngste Entwicklung sei kein Hinweis darauf, dass der Konsum nicht mit Rückenwind ins nächste Jahr gehe. Es spreche vielmehr einiges dafür, dass der Privatverbrauch neben dem Export zu einer zweiten wichtigen Säule für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland werde. So werde für 2011 ein Wachstum des Privatkonsums von mindestens einem Prozent erwartet. 2010 waren es voraussichtlich 0,5 Prozent.
Nachdem sich die Konjunktur-Erwartungen in den vergangenen sechs Monaten deutlich verbessert hatte, mussten sie im Dezember leichte Einbußen hinnehmen: Der Index verlor im Vergleich zum Vormonat 7 auf 58,8 Punkte, liegt damit aber immer noch 57 Punkte über dem Vorjahr. Ähnliches gilt für die Einkommens-Erwartungen. Die Verbraucher gehen laut GfK-Studie von steigenden Einkommen aus. Ihrer Einschätzung nach hat sich der Spielraum für Lohnzuwächse aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage vergrößert. Zudem kündigten einige Unternehmen bereits vorgezogene Gehaltserhöhungen oder Einmalzahlungen an. Dennoch verlor der entsprechende Index 4,6 auf 40,3 Punkte. Vor einem Jahr lag er bei 15 Zählern.
Höhere Benzin- und Heizölpreise drücken auf die Kauflaune
Inmitten des Vorweihnachtsgeschäfts hat sich auch die Kauflaune der Verbraucher eingetrübt. Sie befürchten angesichts der wieder höheren Benzin- und Heizölpreise weitere Preissteigerungen, wie Bürkl erklärt. Nach einem ungewöhnlich starken Anstieg im November büßte der Index der Anschaffungsneigung im Dezember 5,5 auf 33,8 Zähler ein. "Der Index ist damit immer noch auf einem sehr hohen Niveau", sagte Bürkl jedoch. Noch höher war er zuletzt 2006 vor Anhebung der Mehrwertsteuer. Vor diesem Hintergrund sei der aktuelle Rückgang nur als Korrektur zu sehen.