Ausbildung Der Azubi-Mangel ist da

Der Fachkräftemangel ist heute Thema im Koalitionsausschuss von Union und FDP. Es wird jedoch immer deutlicher, dass in Deutschland nicht nur qualifiziertes Personal fehlt. Auch die Zahl der Auszubildenden geht zurück.

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Der Azubi-Mangel ist da

Bereits seit einigen Monaten beklagt die deutsche Wirtschaft einen Mangel an Fachkräften. Nun schlägt sie in eine andere Richtung Alarm: Die Zahl der Auszubildenden nimmt immer weiter ab – besonders in Ostdeutschland. Im Handwerk ist die Zahl der Ausbildungsveträge laut dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Westdeutschland "leicht angestiegen" (+ 0,9 Prozent). Problemkind bleibt der Osten Deutschlands. In den neuen Ländern registrierte der ZDH 8,2 Prozent weniger Lehrverträge als im Jahr 2009. "Die demografische Entwicklung in den neuen Bundesländern trifft das Handwerk hart", erklärte Handwerkspräsident Otto Kentzler auf Anfrage der Deutschen Handwerks Zeitung .

Nach ZDH-Angaben konnten in den vergangenen Wochen noch knapp 5.000 Bewerber an Betriebe nachvermittelt werden. Über die seit Januar laufende Imagekampagne möchte das Handwerk noch mehr Jugendliche für eine Ausbildung begeistern. "Damit können wir das Interesse junger Menschen am Handwerk stärken", ist der Handwerkspräsident überzeugt. Der Einstieg in eine Ausbildung im Handwerk ist immer noch möglich. "In den neuen Bundesländern gibt es in allen Handwerkskammern noch freie Lehrstellen, insgesamt sind es über 2.500. Aber auch in den alten Bundesländern konnten bei weitem nicht alle Ausbildungsstellen besetzt werden", sagte Kentzler.

Ein ähnliches Bild zeichnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertrag (DIHK). Nach Informationen der "Passauer Neuen Presse" wurden beim DIHK bis Ende November 2010 gut 332.000 Ausbildungsverträge registriert. Während im Westen ein Plus von zwei Prozent registriert wurde, stellte der DIHK in Ostdeutschland einen Rückgang von 8,2 Prozent fest.

pc