Der Engpass an qualifiziertem Personal wird durch eine neue Studie des Münchner Ifo-Instituts unterstrichen. Demnach klagen 40 Prozent der Unternehmen angesichts des starken Wirtschaftsaufschwungs über Probleme, genügend Fachkräfte anzuwerben.
Unternehmen klagen über Fachkräftemangel
Während kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern nicht so große Schwierigkeiten sähen, offene Stellen mit qualifizierten Fachkräften zu besetzen, sei das Problem in mittleren und großen Betrieben stärker ausgeprägt, heißt es in der Ifo-Studie. Mit Blick auf die Zukunft drohe zudem eine Verschärfung der Situation: Für das Jahr 2015 rechnen den Angaben zufolge zwei Drittel der befragten Personalleiter mit einer "mittleren" oder "starken" Verknappung von Fachkräften. Für das Jahr 2020 liege der Anteil sogar bei 71 Prozent. In der Dienstleistungsbranche leidet demnach sogar fast jeder zweite Betrieb unter Personalengpässen.
Unterschiede treten beim Ausbildungsgrad des gesuchten Personals zutage. Demnach suchen 59 Prozent der kleinen und 66 Prozent der mittleren Unternehmen primär vergeblich nach Mitarbeitern mit qualifiziertem Berufsabschluss. Dagegen habe nur gut jedes dritte Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern Probleme, Fachkräfte mit einem beruflichen Abschluss zu finden. Schwierigkeiten bereite dort eher der Mangel an Akademikern, über den 60 Prozent der Personalleiter klagten. Für die Zukunft rechne aber ein Großteil aller befragten Unternehmen mit einem zunehmenden Mangel an Fachkräften in den Ausbildungsberufen, hieß es.
Um Personalengpässen zu begegnen, setzen laut Umfrage 71 Prozent der Betriebe auf gezielte Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Zudem versuche fast jedes zweite Unternehmen, die eigenen Facharbeiter stärker an sich zu binden. Mit strategischen Maßnahmen wie Zukäufen, Kooperationen oder Auslagerungen reagieren demnach 15 Prozent der Betriebe.
dapd