Irland erhält sein vor einer Woche beantragtes Rettungspaket und dazu ein Jahr Aufschub für den Abbau seiner Schulden. Dublin muss im Gegenzug ein Konsolidierungsprogramm von 15 Milliarden Euro umsetzen.
Irland erhält Euro-Rettungspaket
Die von Berlin und Paris vehement geforderte Anhebung der extrem niedrigen Unternehmenssteuer auf der grünen Insel ist aber nicht mehr Bedingung, wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bekannt gab.
Das Gesamtpaket hat ein Volumen von 85 Milliarden Euro, von denen die irische Regierung aber 17,5 Milliarden Euro selbst beisteuert. Die Bundesregierung muss mit insgesamt 10,1 Milliarden Euro für Irland bürgen: 6,1 Milliarden Euro beträgt der Anteil in der Europäischen Finanzmarkt Stabilitätsfaszilität (EFSF), in der die bilateralen Garantien zusammengefasst werden. Und vier Milliarden beträgt der Anteil an einem EU-Topf, der zusätzlich für Dublin angezapft wird. 22,5 weitere Milliarden übernimmt der Internationale Währungsfonds, auch daran ist Berlin beteiligt.
Welchen Zinssatz die Iren für die Hilfe zahlen müssen, wurde am Sonntag noch nicht festgelegt. Der Schutzschirm ist auf drei Jahre begrenzt. Der irische Premierminister Brian Cowen hatte am vergangenen Sonntag die Hilfe beantragt. Am Mittwoch stellte er sein Sparprogramm vor, dass Steuererhöhungen und Milliardenkürzungen vorsieht. Das ursprüngliche Ziel war, die Staatsverschuldung von 32 Prozent in diesem Jahr bis 2014 wieder auf die erlaubten drei Prozent zu drücken. Doch die Finanzminister gewährten Dublin ein Jahr Aufschub, sodass das Ziel erst 2015 erreicht werden muss.
dapd