Die Einkommenslücke zwischen Ost- und Westdeutschland ist einer Studie zufolge in den vergangenen Jahren wieder größer geworden. 2007 lag der Rückstand der Ostdeutschen bei 30 Prozent - zehn Jahre zuvor noch bei 26 Prozent, wie eine Langzeitbefragung von mehr als 20.000 Menschen in Ost und West des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergab.
Einkommensunterschiede zwischen Ost und West wieder größer
In den ersten zehn Jahren nach der Wiedervereinigung 1990 haben sich der Untersuchung zufolge die Einkommen der Ost- und Westdeutschen deutlich angenähert. Von einer Differenz von 40 Prozent im Jahre 1992 verkleinerte sich die Schere noch bis Anfang der 2000er Jahre. Seitdem bewegten sich die Einkommen aber wieder auseinander, sagte Peter Krause vom Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) am DIW. Besonders groß seien die Unterschiede bei Vielverdienern und jungen Leuten.
Den neuen Bundesländern fehlt es laut DIW offenbar vor allem an Beschäftigungsmöglichkeiten für Hochqualifizierte und für junge, an beruflichem Erfolg orientierten Menschen. Innerhalb des Ostens seien die Einkommensunterschiede jedoch deutlich geringer als im Westen, meinte Krause.
Trotz der sich weitenden Einkommensschere ergab die Studie, dass die Lebenszufriedenheit der Menschen in Deutschland immer weniger eine Ost-West-Frage ist, sondern eine, die von der einzelnen Region abhängt. Krause bemerkte, insbesondere die im vereinigten Deutschland aufgewachsenen jüngeren Ostdeutschen seien ähnlich zufrieden wie die im Westen.
dapd