Deutsche Gewerbliche Wirtschaft Wirtschaftsbildung der Schüler verbessern

Schüler sollen mehr über wirtschaftliche Zusammenhänge lernen, fordert die deutsche Wirtschaft. Dazu hat unter anderem das Handwerk konkrete Vorschläge erarbeitet.

Wirtschaftsbildung der Schüler verbessern

Aktuelle Jugendstudien zeigen, dass sich die Mehrheit der Schüler eine bessere ökonomischere Bildung wünscht. "Bisher wird ökonomische Bildung an Schulen meist nur bruchstückhaft vermittelt", kritisiert Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) und zugleich amtierender Vorsitzender des Gemeinschaftsausschusses der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft (GA). Die 17 Mitglieder des GA haben daher unter dem Vorsitz des Handwerkspräsidenten die Initiative für eine Verbesserung der Wirtschaftsbildung der Schüler ergriffen.

Gutachten setzt Standards

Was müssen junge Menschen wissen, wenn sie mit der Schule fertig sind? Und was muss sich dafür in der Lehrerausbildung ändern? Diese Fragen klärt der Wissenschaftler Thomas Retzmann der Universität Duisburg-Essen in zwei Gutachten, die im Auftrag des GA erstellt wurden. Retzmann setzt das Ziel: "Die Schüler sollen zur eigenständigen Lebensführung sowie zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Teilhabe befähigt werden." Das Gutachten setzt Standards für den Unterreicht und für das Lehramtstudium.

"Das Neue an unserem Ansatz ist die Kompetenzorientierung", sagt Kentzler. Demnach lernten die Schüler künftig nicht mehr vorwiegend Wirtschaftsthemen, sondern sie erlernten es, verschiedene Rollen im Wirtschaftsleben einzunehmen, wie etwa die Rolle der Verbrauchers oder des Unternehmers. Auch die Berufsorientierung werde in das Konzept integriert.

Änderungen in Unterricht und Lehrerausbildung

Künftig sollten Schüler im Unterricht zum Beispiel Handlungsalternativen bewerten. Je nach Altersstufe und Schulart sollen sie dafür finanzielle Mittel bestmöglich verteilen, einzelwirtschaftliche Handlungen auf Kosten, Gewinn oder Sicherheit überprüfen, oder Optimierungsverfahren entwickeln. Das Studium sollte die angehenden Lehrer auf einen ökonomischeren Unterricht vorbereiten.

Ende November soll eine Fachtagung in Berlin stattfinden. Von den Gutachten verspricht sich der GA neue Impulse für die Diskussion mit Politik, Lehrern und Schülern. "Wir haben den bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle bereits zu einer Fachtagung eingeladen", sagt Kentzler. Denn es sei wichtig, die neuen Standards an den bisherigen des Kultusministeriums zu orientieren.

kin