In der Affäre um Steuerhinterziehungen über Stiftungen in Liechtenstein richten sich die Razzien der Steuerfahnder gegen 150 Beschuldigte in 120 Verfahrenskomplexen. 91 Personen haben inzwischen den Sachverhalt eingeräumt.
72 Selbstanzeigen, 91 Geständnisse
Zum Teil leisteten diese bereits Abschlagszahlungen von bislang 27,8 Millionen Euro geleistet, teilte die Staatsanwaltschaft in Bochum mit. Die Summe erhöhe sich zur Zeit täglich, weitere Zahlungen in ähnlicher Höhe seien avisiert. Die betroffenen Stiftungen, aus deren Erträgen Steuern "in immenser Höhe" hinterzogen worden seien, umfassten ein "Kapital von weit mehr als 200 Millionen Euro", hieß es weiter.
Zudem seien bereits 72 Selbstanzeigen eingegangen, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Die steuerlichen Mehreinnahmen beträfen ebenfalls eine "nicht unerhebliche Summe". Die Selbstanzeigen würden nun auf Vollständigkeit und Wirksamkeit überprüft. Es werde auch geschaut, ob die Selbstanzeigen noch rechtzeitig eingegangen seien, um für eine Strafbefreiung zu sorgen.
An den Razzien seien 8 Staatsanwälte und 139 Steuerfahnder beteiligt gewesen, die unterstützt worden seien durch 20 Beamte des Wirtschaftskommissariats in Essen sowie Steuerfahnder in den jeweiligen Städten, in denen Durchsuchungen stattgefunden hätten.
ddp
