Panorama -

Särge als Kunstprojekt 7 Künstler, 7 Särge und 19.000 Likes

Zitronen, bunte Sprüche und eine nackte Frau sieht man eher selten auf einem Sarg. Umso mehr fallen die individuellen Kunstwerke auf, die sieben Künstler in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Bestatter vor einigen Monaten entworfen haben. Nun wurden die Särge versteigert. Was hinter der Aktion steckt und welche Promis mitgemacht haben.

Tod und Kunst ist eine Mischung, die auf den ersten Blick nicht direkt zusammenpasst. Die Aktion "my coffin" des Bundesverbandes der Bestatter hat aber gezeigt, dass es sich sehr wohl lohnen kann Künstler und Särge zusammenzubringen. Anfang des Jahres startete der Verband das Projekt bei dem Künstler individuelle Särge für einen Influencer kreierten. Entstanden sind sehr unterschiedliche Objekte mit persönlichen Geschichten dahinter. Nun wurden die Särge für einen guten Zweck versteigert.

"Wir sind uns völlig im Klaren darüber, wie sehr das Thema Tod polarisiert und wie sehr weite Teile der Gesellschaft es verdrängen möchten", sagt Christian Streidt, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter. "Dennoch bestätigen mediale Reaktionen, dass es sich lohnt, andere zu motivieren, über Trauer, Abschied und Verlust zu sprechen."

Eine große mediale Aufmerksamkeit erhielt das Projekt durch zahlreiche Posts auf den Social-Media-Plattformen, insbesondere auf Instagram. Die meisten User reagierten positiv auf die Aktion, heißt es beim Verband. "Mit einer Media-Reichweite von 18,3 Millionen und mehr als 19.000 Likes auf den Social-Media-Kanälen kann man durchaus von einem vollen Erfolg sprechen", sagt Elke Herrnberger Sprecherin des Bundesverbands der Bestatter.

Jeder Promi bekommt einen individuellen Sarg

"Am Anfang war es etwas schwierig die richtigen Influencer für unser Projekt zu finden. Aber wir haben schließlich tolle Künstler und Unterstützer gefunden", freut sich Herrnberger. Für den Auftritt in den sozialen Netzwerken konnten sie diese Künstler und prominente Persönlichkeiten gewinnen: Eike König für H-Blockx-Frontmann Henning Wehland, Evelyn Weigert für die Journalistin und Moderatorin Ronja von Rönne sowie die Berliner Künstlerinnen Ju Schnee und Emily Eldridge für Tattooartist Philipp Eid und TV-Moderator Jochen Schropp.

Aktion "My Coffin" zeigt individuelle Särge

In kurzen Videos erklären die Teams, warum sie an dem Projekt teilnehmen und was Särge und Tod für sie bedeuten. Schauspieler und Moderator Jochen Schropp spricht beispielsweise über den Tod seines Vaters und Bloggerin Ronja von Rönne erzählt, wie sie selbst mit Depressionen zu kämpfen hatte und dadurch in einen regen Austausch mit anderen Betroffenen kam.

Ziel des Projektes war es vor allem auch jüngere Menschen anzusprechen und das Thema Sterben und Tod in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Die Kunstwerke wurden im April auf Ebay versteigert und die Einnahmen am 2. Juli offiziell gespendet. Die 5.323 Euro kommen dem Projekt Wünschewagen Rhein-Ruhr des Arbeiter-Samariter-Bundes zu gute. jb

My Personal Coffin - Henning Wehland und Eike König im Interview

H-Blockx Sänger und Frontmann Henning Wehland hat bereits seine Mutter beerdigen müssen. Eike König leitet das Designstudio Hort und auch er begleitete schon seinen Vater beim Sterben. Erfahrungen, die das Verhältnis von beiden zum Tod nachhaltig geprägt haben.

My Personal Coffin - Philipp Eid und Ju Schnee im Interview

Philipp Eid und seine Geschichte: Vom Polizisten zum Rising Star am Tattoo-Olymp. Seine Kunst verewigt er auf der Haut. Designerin Ju Schnee hat für ihn einen Sarg gestaltet. Ihr Gestaltungs-Stil ist komplett konträr: Bunt, schrill, knallig. Eine gute Mischung, findet sie.

My Personal Coffin - Ronja von Rönne und Evelyn Weigert im Interview

Ronja von Rönne kennt sich mit Worten aus. Sie ist Bloggerin, Journalistin, Schriftstellerin und Moderatorin. Ihre Freundin Evelyn Weigert ist ein Multitalent und als Sängerin, Künstlerin und Moderatorin bekannt. Gemeinsam sprechen sie über Abschiedskultur, Sargdesigns und den Tod.

My Personal Coffin - Jochen Schropp und Emily Eldridge im Interview

Jochen Schropp ist Schauspieler und Moderator. Am Set ist er schon unzählige Male gestorben. Emily Eldridge ist Illustratorin und Gestalterin. Die US-Amerikanerin verbrachte die letzten 10 Jahre in Hongkong, lebte zuvor in Barcelona. Eine Begegnung der ungewöhnlichen Art.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten