Energie 67 Versorger erhöhen die Gaspreise

Gaskunden müssen mit höheren Preisen rechnen. 67 Versorger planen zum 1. Juni und 1. Juli Preiserhöhungen um bis zu 19 Prozent.

67 Versorger erhöhen die Gaspreise

Der Energieversorger RWE gehört nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" nicht zu den Unternehmen, die ihre Preise zu diesen Terminen erhöhten, erklärte ein RWE-Energy-Sprecher. Allerdings beobachte RWE fortlaufend den Markt. Ein Sprecher des RWE-Konzerns sagte, dass noch nicht absehbar sei, ob es in diesem Jahr noch Preiserhöhungen gibt. Sicher sei nur, dass der Ölpreis "unheimlich" zugelegt hat.

Die Energieexpertin Claudia Kempfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sagte dem Blatt, sie gehe von einem Preisschock im gesamten Gasmarkt aus. "Auch kleinere Stadtwerke werden die Preise für Endverbraucher erhöhen, da sie in der Regel ihr Gas von einem großen Lieferanten wie Eon beziehen. Hebt der die Preise an, ziehen die kleineren nach", sagte sie. Für das laufende Jahr rechne sie noch mit mindestens einer weiteren Preiserhöhungswelle. "Gas wird zum Jahresende noch um weitere zehn Prozent teurer, falls der Ölpreis auf diesem sehr hohen Niveau bleibt", sagte Kemfert.

Der Gaspreis ist an den Ölpreis gekoppelt. Steigende Ölpreise führen in einem Zeitabstand von etwa einem halben Jahr auch zu steigenden Gaspreisen.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) versprach eine stärkere Kontrolle der Energiekonzerne. "Angesichts der angekündigten Preissteigerungen für Gas werden wir sehr genau die Einkaufspreise der Energieunternehmen überprüfen. Die Konzerne werden dem Bundeskartellamt jeden Cent einer solchen Preiserhöhung erklären müssen", sagte er der Zeitung.

Deutschlands größter Gaskonzern, Eon Ruhrgas, wird zum 1. Juli offenbar seine Preise um mindestens 20 Prozent erhöhen. Ursache seien der nach oben geschossene Ölpreis, an den die Gaspreise gekoppelt seien, und die Höchststände auf den Spotmärkten für Gas, berichtete die "Rheinische Post" unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Zum Teil liegen die Preise an den Spotmärkten über denen, die Eon Großhändlern in Rechnung stelle. Eon Ruhrgas rechnet nach eigenen Angaben im ersten Quartal mit deutlichen Gewinneinbußen.

Eon Ruhrgas AG bestätigte, dass die Gaspreise zum nächsten Quartal erneut steigen werden. Zum Ausmaß äußerte sich der Essener Konzern jedoch nicht. Von den höheren Öl- und Spotmarktpreisen sei die Gasbranche insgesamt betroffen. Bei Ruhrgas hätten die Beschaffungskosten im ersten Quartal zu einem gegenüber dem Vorjahr 10 Prozent niedrigerem Ergebnis geführt. Eon Ruhrgas, der größte deutsche Gaskonzern, hatte erst zum 1. April seine Preise erhöht.

ddp