Steuererklärung, Corona-Prämie, Stundung 5 Steuertipps: Diese Fristen sollten Unternehmer kennen

Das Thema Fristen spielt im Steuerrecht eine bedeutende Rolle. Denn kommt ein Steuerzahler seinen Rechten und Pflichten nicht nach, drohen in der Regel steuerlich nachteilige Konsequenzen. Hier fünf effektive Steuertipps zu Fristen für selbstständige Handwerker.

Steuertipps
Verpasst ein Steuerzahler bestimmte Fristen, drohen in der Regel steuerlich nachteilige Konsequenzen. - © Pcess609 - stock.adobe.com

Wenn Steuerzahler wichtige Fristen verpasst, drohen steuerliche Nachteile. Wir zeigen Ihnen, welche Fristen Sie kennen sollten:

Steuertipp 1: Frist zur Abgabe der Steuererklärungen 2020

Nach einem aktuellen Gesetzesentwurf sollen die Fristen zur Abgabe der Steuererklärungen 2020 automatisch verlängert werden. Handwerksunternehmer, die ihre Steuererklärungen selbst – also ohne die Hilfe eines Steuerberaters – ausfüllen, müssen die Erklärungen 2020 nicht bereits bis Ende Juli ans Finanzamt übermitteln. Sie bekommen automatisch Zeit bis Ende Oktober 2021. Beauftragt ein Unternehmer einen Steuerberater mit dem Ausfüllen seiner Steuererklärungen 2020, gilt eine neue Abgabefrist, und zwar Ende Mai 2022.

Praxis-Tipp:

Schaffen Sie es also nicht, die Steuererklärungen 2020 bis Ende Juli 2021 zu erstellen, ist das kein Problem mehr. Sie müssen bis Ende Oktober keinen Antrag auf Fristverlängerung stellen. Erwarten Sie eine Steuererstattung, macht es natürlich Sinn, die Erklärungen umgehend ans Finanzamt zu übermitteln.

Steuertipp 2: Mehr Zeit zur Auszahlung der steuerfreien Corona-Prämie

Möchten Sie einem Mitarbeiter eine steuerfreie Corona-Prämie nach § 3 Nr. 11a EStG bis zu einem Betrag von 1.500 Euro ausbezahlen? Dafür haben Unternehmer bis zum 31. März 2022 Zeit. Ursprünglich war geplant, die Regelung zum 30. Juni 2021 auslaufen zu lassen. Doch die Frist wurde nochmals verlängert. Hintergrund ist, dass viele Arbeitgeber ihren Mitarbeitern die Corona-Prämie auszahlen möchten, aufgrund der Corona-Krise aber gerade nicht die finanziellen Mittel haben.

Praxis-Tipp:

Die Leistung kann als Zuschuss oder in Form eines Sachbezugs erfolgen. Wichtig für die Steuerfreiheit der Zahlung ist zudem, dass die Corona-Prämie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden muss.

Steuertipp 3: Antrag auf zinsenlose Stundung stellen

Für bis zum 30. Juni 2021 fällige Steuerzahlungen können Sie beim Finanzamt einen Antrag auf zinslose Stundung stellen. Voraussetzung ist, dass Sie nachweisen, dass Sie die Zahlungen nicht leisten können, weil Sie unmittelbar und nicht unwesentlich negativ von der Corona-Krise betroffen sind. Kann das Finanzamt überzeugt werden, winkt eine zinslose Stundung bis mindestens 30. September 2021.

Praxis-Tipp:

Da derzeit unzählige Anträge auf Zahlungsaufschub beim Finanzamt eingehen, ist die Bearbeitungsdauer dementsprechend lange. Unternehmer, die einen Antrag stellen, sollten bis zur Bearbeitung dieses Stundungsantrags das Lastschriftverfahren beim Finanzamt widerrufen. Denn bucht das Finanzamt die fälligen Steuern erst einmal ab und entscheidet dann verspätet über den Antrag auf zinslose Stundung, läuft der Antrag ins Leere. Denn eine Erstattung der eingezogenen Steuern kommt nicht mehr in Betracht.

Steuertipps 4 und 5: Frist bei Einspruch gegen den Steuerbescheid

Bekommen Sie vom Finanzamt einen Steuerbescheid, sollten Sie diesen umgehend überprüfen. Denn sind Sie mit den festgesetzten Steuern nicht einverstanden, können Sie gegen diesen Steuerbescheid innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Steuerbescheids Einspruch einlegen. Zur Berechnung der Einspruchsfrist können Sie sich folgende Faustformel einprägen: Datum des Steuerbescheids plus 3 Tage plus 1 Monat = letzter Tag für die Einlegung des Einspruchs.

Praxis-Tipp:

Haben Sie die Einspruchsfrist versäumt, weil Sie Ihren Betrieb wegen Corona schließen mussten oder weil Sie an Corona erkrankt sind, bekommen Sie auf Antrag eine neue Einspruchsfrist nach § 110 Abgabenordnung. Sollte das Finanzamt die "Wiedereinsetzung in den vorigen Stand" nicht gewähren, weisen Sie dezent auf die FAQ "Corona" (Steuern) des Bundesfinanzministeriums hin, die aufgrund der Corona-Krise diese zweite Chance auf Einlegung eines Einspruchs vorsehen.