67 Prozent der deutschen Arbeitnehmer fühlen sich wohl in ihren Jobs. Dabei gilt jedoch: Je jünger ein Mitarbeiter ist, desto unzufriedener ist er mit seiner Arbeitsstelle. Wie es in den einzelnen Altersgruppen hinsichtlich Arbeitsmotivation, Work-Life-Balance und Jobsicherheit aussieht, zeigt eine Studie.

Von wegen Arbeitsfrust: 67 Prozent der Deutschen sind zufrieden mit ihrem Job. Das ergab eine Langzeitumfrage der Internetplattform Qualtrics, die deutsche Arbeitnehmer aus allen Branchen zu Themen wie Jobzufriedenheit, Arbeitsmotivation und Work-Life-Balance befragte. Die Umfrageergebnisse in der Übersicht:
Hohe Berufszufriedenheit
Der Großteil der deutschen Arbeitnehmer fühlt sich wohl in seinen Jobs: Rund ein Drittel der Befragten (32 Prozent) geben an, "zufrieden" mit ihrer jetzigen Arbeitsstelle zu sein. Fast zwanzig Prozent sind sogar "sehr zufrieden". Demgegenüber steht fast ein Viertel der Arbeitnehmer, die sich mit ihrer jetzigen Arbeitsstelle als "etwas unzufrieden" bis "sehr unzufrieden" (23 Prozent) zeigen sowie zehn Prozent der Befragten, die "weder zufrieden" noch "unzufrieden" sind.
Frauen und Männer empfinden hier übrigens gleichermaßen: 68 Prozent der befragten Männer und 67 Prozent der befragten Frauen geben an, mit ihrer Arbeitsstelle "etwas zufrieden" bis "sehr zufrieden" zu sein. Demgegenüber stehen 23 Prozent der Frauen und 21 Prozent der Männer, die" etwas unzufrieden" bis "sehr unzufrieden" mit ihrem Job sind.
Arbeitsmotivation hoch
Dementsprechend ist es auch um die Arbeitsmotivation in Deutschland gut gestellt: 46 Prozent der Befragten beantworteten die Frage "Wenn ich morgens aufstehe, freue ich mich auf die Arbeit" mit "eher häufig" beziehungsweise mit "fast immer". 37 Prozent gehen "mal freudvoll und mal weniger freudvoll" in die Arbeit. Nur 17 Prozent freuen sich beim Aufstehen "eher selten" oder "fast nie" auf den Job.
Je höher der Rang, desto zufriedener der Arbeitnehmer
Einen deutlichen Zusammenhang scheint es zwischen der Position des Arbeitnehmers im Unternehmen und der Zufriedenheit mit seiner Arbeitsstelle zu geben. Je mehr Verantwortung ein Arbeitnehmer übernimmt, desto zufriedener ist er: So sind zum Beispiel 78 Prozent der Manager mit mehr als drei Jahren Berufserfahrung "etwas zufrieden" bis "sehr zufrieden" mit ihrem Beruf.
Nur folgerichtig ist demnach, dass die Zufriedenheit auf niedrigeren Karrierestufen zu wünschen übriglässt: Rund 40 Prozent der befragten Trainees bezeichnen sich selbst als "etwas bis sehr unzufrieden" mit ihrer jetzigen Arbeitsstelle .
Ältere Mitarbeiter fühlen sich wohler
Auch hinsichtlich des Alters lässt sich ein Zusammenhang feststellen. Im Grunde gilt: Je älter, umso glücklicher sind Arbeitnehmer im Job. Auf einer Skala von eins bis sieben - wobei eins für "sehr unzufrieden" und sieben für "sehr zufrieden" steht - hat die Altersgruppe der unter-25-jährigen mit einem Mittelwert von 4,69 den niedrigsten Zufriedenheitswert und die Altersgruppe der über 55-jährigen mit 5,28 den höchsten Zufriedenheitswert.
Keine ausgeglichene Work-Life-Balance
Zwar wächst die Jobzufriedenheit im Alter, trotzdem ergeben sich deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen hinsichtlich des Themas Work-Life-Balance. Die meisten, die hier angeben, "sehr unzufrieden" zu sein (fast 40 Prozent) sind zwischen 35 und 44 Jahre alt. Eine vermeintliche Erklärung dafür ist, dass die Deutschen in dieser Lebensphase meistens stark familiär eingebunden sind, gleichzeitig aber Karriere machen. Auf Platz zwei und drei derer, die sich als "sehr unzufriedenen" bezeichnen, sind Arbeitnehmer im Alter zwischen 44 und 54 und unter 25.
Arbeitnehmer empfinden ihren Arbeitsplatz als sicher
Ausgesprochen positiv beantworteten die Umfrageteilnehmer jedoch die Frage danach, wie sicher sie ihren Job empfinden. Auf einer Skala von eins bis zehn (eins: "überhaupt nicht sicher", zehn: "sehr sicher") vergeben mehr als Dreiviertel der Befragten (78 Prozent) eine sieben bis zehn .
Trotzdem, die meisten Deutschen wären unsicher, wenn sie sich auf die Suche nach einer neuen Stelle machen müssten: Die Hälfte der befragten Arbeitnehmer antwortet auf die Frage, wie einfach es wäre, eine ihrer jetzigen Position ähnliche Stelle in einer anderen Organisation zu finden, mit "eher schwierig" bis "sehr schwierig". Nur rund ein Drittel der Befragten denken, es würde ihnen "eher leicht" bis "sehr leicht" fallen eine zu ihrer jetzigen Position vergleichbare Anstellung in einem anderen Unternehmen zu finden.
Gleichzeitig wurden jene Arbeitnehmer, die in höheren Positionen Personalverantwortung übernehmen, gefragt, wie leicht es ihnen falle, neue Mitarbeiter zu finden. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) geben an, es würde ihnen "eher leicht" bis "sehr leicht" fallen. Nur rund ein Drittel (29 Prozent) bewerten das Neubesetzen offener Posten als "eher schwierig" bis "sehr schwierig".
Keine Angst vor Digitalisierung
Die Furcht, dass die Digitalisierung zukünftig Arbeitsplätze streitig machen könnte, teilen nur die wenigsten Arbeitnehmer: Die Mehrheit, nämlich 64 Prozent, geht nicht davon aus, dass sich die Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz negativ auf ihre Arbeitsplatzsicherheit auswirken. Rund ein Viertel der Befragten (23 Prozent) geben an, Roboter könnten "nur wenige" ihrer Arbeiten übernehmen. Elf Prozent fürchten, Roboter könnten "viele ihrer Aufgaben" am Arbeitsplatz und lediglich zwei Prozent mutmaßen, sie könnten künftig "alle ihre Aufgaben" übernehmen. dhz