Mit dem Ende des billigen Geldes verschwanden einige wenig profitable Unternehmen. Solche Bereinigungen sind wünschenswert. Ungünstig ist es nur, wenn man investiert war. Mit diesen vier Tipps können solche Risiken künftig verringert werden.

1. Fundamentale Aspekte entscheiden
Die Fundamentaldaten eines Unternehmens oder einer Branche sind wichtiger als das Timing, wann man eine Aktie kauft oder verkauft. Sind beim Unternehmen, dem Management und der Branche keine negativen Signale erkennbar, sollte eine Position gehalten werden. Dabei ist es nicht entscheidend, ob der Kurs höher oder niedriger ist als beispielsweise noch vor einem Jahr. Wenn die Aussichten intakt sind, lohnt sich das Dabeibleiben.
Wenn ein Unternehmen oder eine Branche nicht mehr zukunftsträchtig ist, ein Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert oder wiederholt Managementfehler auftreten, sollte man sich von der entsprechenden Aktie trennen. Auch hier spielt es keine Rolle, ob sich das Wertpapier im Plus oder Minus befindet.
2. Das volkswirtschaftliche Umfeld beachten
Die Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten ist von entscheidender Bedeutung für alle Assetklassen und die Strukturierung eines Gesamtportfolios. Das wurde Anlegern, die fast ausschließlich fallende oder niedrige Zinsniveaus gewöhnt waren, im letzten Jahr vor Augen geführt. Allerdings waren Anlagen, die durch gestiegene Zinsen unter Druck gerieten, nicht automatisch die falsche Wahl. Dennoch verlassen viele Anleger in solchen Phasen den Kapitalmarkt. Hier gilt: Sind die fundamental eigentlich guten Anlagen nur aufgrund von exogenen Faktoren gefallen, ist eher die Zeit für Zukäufe.
3. Nicht auf politische Ereignisse wetten
Zwar sind Wahlausgänge in relevanten Volkswirtschaften wie den USA von Bedeutung. Es gibt aber kaum Investoren, die wissen, wie eine Wahl ausgeht. Daher ist es besser, Liquidität zurückzuhalten, das Ergebnis abzuwarten und später zu investieren. Natürlich entgehen einem dabei möglicherweise ein paar Prozent Performance. Meistens sind das aber nur kurzfristige Effekte. Wichtiger ist es, das Verlustrisiko zu begrenzen und keine Wetten einzugehen.
4. Das ewige Mantra: Diversifikation
Mit Einzeltiteln ist es für Privatanleger naturgemäß schwierig, eine breite Streuung des Portfolios zu erreichen. Mit einer Mischung von bewährten aktiven, vermögensverwaltenden Fonds ist sowohl eine ordentliche Diversifikation als auch eine Investition in stabile Unternehmen gewährleistet. Außerdem muss man sich nur sehr selten um eine Allokation des Portfolios kümmern.
Beispielsweise können die bewährten offensiveren Strategien wie der Flossbach von Storch Multiple Opportunities (ISIn LU0323578657), Acatis Value Event (ISIn DE000A0X7541) oder Clartan Valeurs (ISIN LU1100076550) mit defensiven Fonds wie DJE Zins und Dividende (ISIN LU0553164731, Raiffeisen Nachhaltigkeits Mix (ISIN AT0000805361) oder unserer hauseigenen Strategie P&K-Balance (ISIN DE000A1WZ314) kombiniert werden.
Bei der Verwendung mehrerer Fondsprodukte ist jedoch unbedingt auf den Einsatz unterschiedlicher Investmentphilosophien zu achten, damit Überschneidungen vermieden werden. So entsteht echte Diversifikation.
Zum Autor: Andreas Görler ist Senior Wealthmanager und zertifizierter Fachmann für nachhaltige Investments bei der Wellinvest – Pruschke & Kalm GmbH in Berlin.