Weniger Arbeit, mehr Freizeit 4-Tage-Woche: Mehrheit dafür, aber nur bei gleicher Bezahlung

Die Mehrheit der vollbeschäftigten Arbeitnehmer befürwortet eine Vier-Tage-Woche bei gleichem Lohn. Das belegt eine aktuelle Umfrage. Doch die Ergebnisse zeigen: Damit das Modell gelingen kann, müssen Unternehmer betriebliche Strukturen verändern.

Kalender mit vier Pins
17 Prozent der Befragten lehnten die Vier-Tage-Woche ab. - © sinseeho - stock.adobe.com

Knapp 80 Prozent der Vollzeitbeschäftigten wünschen sich eine Vier-Tage-Woche. Voraussetzung ist jedoch, dass das Gehalt gleich bleibt. Nur acht Prozent der Befürworter würden eine Vier-Tage-Woche auch bei geringerem Lohn gutheißen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung.  

Hinter dem Wunsch nach einer Vier-Tage-Woche steht demnach das Bedürfnis nach mehr Zeit für sich selbst (97 Prozent), für die Familie (89 Prozent) sowie für Hobbies und Ehrenamt (87 Prozent). Außerdem gaben 75 Prozent an, dass sie ihre Arbeitsbelastung verringern wollen.

Auf der Gegenseite lehnten 17 Prozent der Befragten die Vier-Tage-Woche ab. Ihre Begründung: Die Arbeit mache ihnen Spaß (86 Prozent). Außerdem äußerten sie organisatorische Bedenken, dass das Pensum in vier Tagen nicht zu schaffen wäre (77 Prozent) oder die Arbeit nicht einen Tag lang ruhen könne (69 Prozent).

Die Autoren leiten aus ihren Ergebnissen ab, dass eine Vier-Tage-Woche mit strukturellen Veränderungen im Betrieb einhergehen muss. So müssten die Arbeitsmenge und die Arbeitsabläufe angepasst werden. Auch die Erreichbarkeit der Arbeitnehmer müsste durch klare Regeln definiert sein, damit das Modell Erfolg hat.

Von den positiven Auswirkungen auf die Sozialversicherungssysteme, die Produktivität der Unternehmen sowie die Gesundheit der Beschäftigten sind die Verfasser jedoch grundsätzlich überzeugt. aul