Faustkeil bis World Wide Web 39 Erfindungen, die die Welt veränderten

Werkzeuge, das Automobil oder das World Wide Web - bahnbrechende Erfindungen haben das Leben nachhaltig verändert. 39 Meilensteine im Überblick.

Steffen Guthardt

Ohne Filmkameras gäbe es heute wohl kein Hollywood und große Kinofilme. Die erste Filmkamera wurde von Louis Le Prince 1888 entwickelt. - © Colourbox.de

"Not macht erfinderisch", heißt es dem Sprichwort nach. Nicht selten haben Menschen genau aus diesem Grund Dinge erfunden, die bis heute unsere Leben prägen.

Faustkeil und Feuer

Das begann bereits vor rund 1,75 Mio. Jahre v. Chr. mit der Erfindung des Faustkeils. Wie ein "Schweizer Taschenmesser für die Steinzeit" war es gleich für mehrere Funktionen nutzbar. Ob Hacken, Schneiden, Schaben, Schlagen oder als Wurfgeschoss, der Faustkeil veränderte den Lebensalltag und verkürzte Arbeitsprozesse.

Vor rund 790.000 Jahren gelang es erstmals Feuer selbst herzustellen. Es sicherte das Überleben in der Kälte, schließlich waren Heizungen damals noch nicht erfunden. Auch die gesundheitliche Entwicklung des Menschen wurde durch das Feuer begünstigt. Schließlich sorgte die Nah­rungs­um­stel­lung auf gebratenes Fleisch für eine bessere Nährstoffversorgung in der damaligen Zeit. Fleisch wurde besser verdaulich und länger haltbar.

Medien und Mobilität

Umstritten ist der Zeitpunkt der ersten Schriftzeichen. Einige Forscher bewerten chinesische Schriften als Ursprung, die circa 6600. v. Chr. entstanden sein sollen. Möglicherweise ist die Schrift aber rund 1.000 Jahre jünger. Die Vinca-Schrift in Südosteuropa halten andere Forscher für die ältesten Funde. Nach weiteren Erkenntnissen kam die Schrift mit der Buchführung in Mesopotamien auf. Sie machte es erst möglich, Geschichte "aufzubewahren" und an nachfolgende Generationen weiterzugeben.

Mobilität wäre ohne die Erfindung des Rads undenkbar gewesen. Eine genaue Datierung der Erfindung ist bis heute nicht möglich, um das Jahr 3.650 v. Chr. gilt jedoch als wahrscheinlich. Die Erfindung des Rads war Grundlage für spätere Erfindungen wie das Automobil, die Eisenbahn und das Flugzeug.

Im Jahr 1826 schaffte es Joseph Nicéphore Nièpce als erster mit einer Camera obscura die bis heute erhaltene Fotografie "La cour du domaine du Gras" zu erzeugen. Die Erfindung der Fotografie ermöglichte es fortan wichtige Ereignisse in Bildern festzuhalten und sich nicht nur auf schriftliche oder mündliche Überlieferungen stützen zu müssen. Sie war auch Grundlage für bewegte Bilder – den Film.

Computerzeitalter

Und auch in jüngerer Zeit gab es bahnbrechende Entwicklungen. Der Computer, vom deutschen Konrad Zuse erfunden, und das Internet (World Wide Web) machten den Erfolg von Konzernen wie Facebook und Google erst möglich.

39 bahnbrechende Erfindungen zum Durchklicken in der Bildergalerie.

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    Die wohl erste Erfindung der Menschheit: Der Faustkeil gilt wegen seiner Vielseitigkeit auch als "Schweizer Taschenmesser" der Steinzeit. Die ältesten Funde sollen circa 1,75 Mio. Jahre alt sein.
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    Klebstoff ist für Heimwerker heute unverzichtbar. Der wohl erste verwendete Klebstoff wurde aus Birkenrinde gewonnen, das so genannte "Birkenpech". Sein Alter wird auf etwa 220.000 Jahre datiert.
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    Schneidwerkzeuge wie das Messer gibt es seit rund 200.000 Jahren. Seit dem 18. Jahrhundert wird es auch als Essbesteck verwendet.
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    Der Hammer ist für viele Handwerker beim täglichen Arbeiten bis heute unverzichtbar. Seine Erfindung wird auf 60.000 Jahre zurück datiert.
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    Die Weltmeere konnten nur aufgrund der Erfindung von Booten erkundet werden. Die ersten Boote sollen 8.000 v. Chr. gebaut worden sein.
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    Die Erfindung des Rads lieferte den Grundstein für schnellere Fortbewegungsmittel wie Fahrrad und Automobil. Sie geht auf etwa 3650 v. Chr. zurück.
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    Und noch ein wichtiges Handwerker-Utensil: die Schraube. Die Erfindung wird auf um 300. v. Chr. datiert.
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    Die Baubranche ist abhängig von Beton. Der Verbundstoff besteht aus Zement (Kalkstein, Ton) und Sand/Kies sowie Wasser. Seine Erfindung wird auf um 150 v. Chr. eingeordnet.
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    Ohne es gäbe es keine Zeitungen oder Bücher - Papier ist für die kulturelle Entwicklung der Menschheit eine der wichtigsten Errungenschaften. Papier wurde um 140 v. Chr. erfunden.
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    Und noch eine prägende kulturelle Erfindung. Die Erfindung des modernen Buchdruckes wird dem Mainzer Goldschmied Johannes Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts zugeschrieben. Vorläufer gab es aber bereits um das Jahr 1041.
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    Zeit ist ein wichtiges Gut und Uhren für viele ein ständiger Begleiter. Nachweise einer mechanischen Räderuhr mit mechanischer Hemmung finden sich im um das Jahr 1280.
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    Die Sehkorrektur mit der Erfindung der Brille geht auf Ende des 13. Jahrhunderts zurück. Die Kontaktlinsen setzten sich erst Ende des 20. Jahrhunderts in der Masse durch.
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    Was wäre die Forschung ohne die Erfindung des Mikroskops. Die Lichtmikroskopie datiert etwa auf das Jahr 1590.
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    Die Schreibmaschine ist heute größtenteils vom Computer verdrängt. 1714 erhielt Henry Mill das erste Patent.
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    Die Dampfmaschine als Fahrzeugantrieb ist heute weitgehend dem Verbrennungsmotor gewichen. Ihre Erfindung ist trotzdem revolutionär. James Watt meldete 1769 ein Patent an. Einen Vorläufer gab es aber schon 1712 von Thomas Newcomen.
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    Batterien sind kompakte Energiespeicher und in fast jedem Haushalt vorhanden. Alessandro Volta gilt als ihr Erfinder im Jahr 1800.
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    Die Deutsche Bahn ist nicht gerade für ihre Pünktlichkeit bekannt. Trotzdem vertrauen bis heute Millionen Pendler auf den Bahnverkehr. Sie entstand zu Anfang des 19. Jahrhunderts
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    Die Kameranutzung hat sich in den letzten Jahren durch den Einzug der Smartphones stark verändert. Richtige Fotografen vertrauen aber immer noch auf vollwertige Kameras. 1826 schafft es Joseph Nicéphore Nièpce als erster mit einer Camera obscura die bis heute erhaltene Fotografie La cour du domaine du Gras zu erzeugen.
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    Gummi ist einer der vielseitigsten Werkstoffe überhaupt und kommt in fast allen Bereichen zum Einsatz. Das elastische Material entsteht durch Vulkanisation. Der genannte Vorgang wurde 1839 von Charles Goodyear entdeckt.
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    Werden codierte Nachrichten über eine Distanz transportiert, ohne dass sie zum Beispiel wie bei der Briefpost überbracht werden, ist von Telegraphie die Rede. Samuel Morse patentierte 1840 den Schreibtelegraf, auch bekannt als Morseapparat.
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    In rund acht Stunden von Frankfurt nach New York. In so kurzer Zeit so große Distanzen zu überwinden, wurde erst durch die Erfindung des Flugzeugs möglich. Einer der großen Flugpioniere war Otto Lilienthal (1848–1896). Er entwickelte erfolgreiche Gleitflugzeuge.
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    Was wäre die Autoindustrie ohne den Verbrennungsmotor. Im Jahr 1860 wurden sowohl der Zweitakt-Gasmotor wie der Viertaktmotor erfunden.
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    Der VW-Skandal wirft dieser Tage ein schlechtes Licht auf die Autoindustrie. Trotzdem ist das Automobil eine der wichtigsten Errungenschaften der Mobilität und bis heute für viele unverzichtbar.
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    Das Fahrrad ist bis heute die saubere Alternative zum Auto – gerade im Stadtverkehr. Das Fahrrad mit Pedalantrieb wurde 1866 patentiert.
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    Mit Freunden auf der ganzen Welt reden ohne anwesend zu sein – die Erfindung des Telefons hat es ermöglicht. Wer es erfunden hat, ist allerdings bis heute umstritten. Zu den Anwärtern gehört auch der deutsche Johann Philipp Reis.
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    Wer heute etwas in seinem Haus erledigen möchte, ist von der Tageszeit völlig unabhängig. Geht die Sonne unter wird einfach das Licht eingeschaltet. 1879 erfand der patentfreudige Thomas Alva Edison die Kohlefaden-Glühlampe.
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    Ohne Filmkameras gäbe es heute wohl kein Hollywood und große Kinofilme. Die erste Filmkamera wurde von Louis Le Prince 1888 entwickelt.
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    Eine bahnbrechende Errungenschaft für die Medizin ist das Röntgenverfahren. Die Erfindung geht zurück auf Wilhelm Conrad Röntgen, der 1895 in Würzburg die unsichtbaren Strahlen entdeckte.
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    Bevor der Fernseher in die Wohnzimmer kam, war das Radio Mittelpunkt deutscher Wohnzimmerabende. Als Grundlage des drahtlosen Rundfunks diente die Erfindung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz 1886.
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    Im Jahr 2015 ist es vielleicht immer noch die wichtigste Erfindung der Welt. Der Computer hat das gesellschaftliche Leben nachhaltig verändert. Inzwischen ist die ganze Welt durch sie vernetzt. Erfunden hat den Computer aber nicht Bill Gates oder Steve Jobs, sondern der deutsche Konrad Zuse (1941).
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    Die Energiewende wäre ohne Solarzellen wohl kaum möglich. Die erste Solarzelle wurde 1954 von der amerikanischen Firma Bell gebaut.
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    Der "Sputnik-Schock" steht heute in den Geschichtsbüchern. Am 4. Oktober 1957 schickten die Russen den ersten künstlichen Erdsatellit in die Umlaufbahn.
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    Ob Medizin oder Industrie – Lasertechnik wird inzwischen weltweit genutzt. Den ersten Laser konnte 1960 Theodore Maiman fertigstellen.
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    3D-Druck ist einer der aktuellen Industrietrends. Ganze Objekte könnten inzwischen gedruckt werden. Eigentlich ist die Technik aber gar nicht so neu, sondern stammt bereits aus dem Jahr 1986.
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    Wer heute vom Internet spricht meint das World Wide Web. Für Konzerne wie Facebook und Google ist es die Geschäftsgrundlage. Als Begründer gilt Tim Berners-Lee. Das World Wide Web entstand 1989 als Projekt an der Forschungseinrichtung CERN.
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    Die Schrift hat schon tausende Jahre v. Chr. das Festhalten der Sprache möglich gemacht. Aus der Welt ist sie nicht wegzudenken. Ägyptische Hieroglyphen sind eine der ältesten Schriften.
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    Penicilline sind eine bahnbrechende Entdeckung für die Medizin gewesen. Bis heute werden sie als Antibiotika eingesetzt. Sie wurden 1928 entdeckt.
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    Menschen auf dem Mond: Nur dank der Erfindung der Rakete konnte aus Science-Fiction Realität werden. Der erste Raketenstart soll allerdings schon viel früher, im Jahr 1232 in China stattgefunden haben.
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    Feuer ist ein wichtiger Energielieferant und schenkt Wärme. Feuersteine wurden als "steinzeitliches Feuerzeug" zum Funken herausschlagen verwendet. Die ältesten Belege sind etwa 790.000 Jahre alt.