Museumsbau in den USA 30.000 Stahlteile verbaut: Handwerk aus Deutschland in Buffalo

Im Juni wurde des Buffalo AKG Art Museum in Buffalo, New York, wiedereröffnet. Unter den VIP-Gästen waren auch Bernhard Hahner, Geschäftsführer von Hahner Technik, und seine Frau Christina Hahner, die dort ihr ganzes Team vertraten. Denn wenn Kunst auf Stahl trifft, ist das Unternehmen aus Petersberg im Landkreis Fulda meist nicht weit.

Die Eingangshalle in der Werkhalle
Generalprobe in Petersberg: Bevor es in die USA ging, wurde das aus Stahlrohren gebaute Tragwerk des Common Skys zur Probe in der heimischen Werkshalle aufgebaut. Ein spannender Moment für Bernhard Hahner (vorne) und sein ganzes Team. - © Hahner Technik

In diesem Fall realisierte Hahner Technik den imposanten Common Sky der neuen Eingangshalle des Museums. Bei dem "gemeinsamen Himmel" handelt es sich um ein Glasdach aus rund 30.000 Stahlteilen, vielen Spiegeln und kaleidoskopischen Reflexionen.

Konstruktion mit eigener Geometrie

"Es ist äußerst faszinierend, was der Architekt Sebastian Behmann und der Künstler Olafur Eliasson vom Künstler-Büro Studio Other Spaces im Kunstmuseum in Buffalo geschaffen haben. Und natürlich macht es uns stolz, dass mit unserer Hilfe diese Kunst auch realisiert werden kann", sagt Bernhard Hahner. Das Besondere der Konstruktion ist die spezielle Geometrie. Das Dach ist trichterförmig, wie ein Kaleidoskop gestaltet und setzt sich aus geometrisch unterschiedlichen, zum Teil verspiegelten Glasscheiben zusammen.

Besucher werden Teil der Architektur

"Wir haben ungefähr 30.000 Stahlteile verbaut und rund 100 dreieckige Spiegelpaneele. Dadurch ergibt sich ein einmaliges Raumgefühl, das sich kontinuierlich verändert", erklärt der Diplom-Ingenieur weiter. Bewegungen sowohl von innen als auch von außen spiegeln sich so in der Eingangshalle. Wenn der Wind durch die Blätter weht, die Sonne scheint oder Wolken vorbeiziehen, entsteht ein Zusammenspiel aus der Natur, den Menschen sowie den unterschiedlichen Ausstellungen. Und so wird jeder Besucher durch seine pure Anwesenheit ein Teil der gesamten Architektur.

Der Common Sky in Buffalo
30.000 Stahlteile und 100 dreieckige Spiegelpaneele verbaute Hahner Technik in dem Common Sky im renommierten Buffalo AKG Art Museum in den USA. So entstand ein Eingangsbereich, in dem sich Innen und Außen zu einem ganz eigenen Kunstwerk vereinen. - © Hahner Technik

Gut vernetzt mit der Kunst-Szene

Aber wie kommt ein Unternehmen aus Fulda an einen Auftrag in den USA? Über viel Ecken, lautet die Erklärung, die Hahner gibt. Sowohl über zwei Fachgruppen im Fachverband Metall Hessen als auch über Kontakte in Künstlerkreise in Berlin und der Schweiz, die Hahner bewusst pflegt. Ist doch der Common Sky nicht das erste Kunstwerk, das Hahner Technik umgesetzt hat. Rund 30 Prozent des Umsatzes, den das Unternehmen erwirtschaftet, stammt aus diesem Bereich.

AR-Brillen im Einsatz

Beim Bau des Common Skys sei die größte Herausforderung die Komplexität des Bauwerks gewesen, die handwerkliche Umsetzung des digitalen Modells in die Realität, bei der auch AR-Brillen zum Einsatz kamen. Auch die Kommunikation zwischen allen Beteiligten musste so gestaltet werden, dass jeder wusste, was zu tun war. "Es galt ja die ganze Mannschaft auf die Reise mitzunehmen", erläutert Hahner.

Ist es dicht?

Auch die Terminschiene einzuhalten sei nicht ganz einfach gewesen, denn immer wieder tauchten Probleme auf, für deren Lösung es keine Vorlage gab. Aber gerade diese ­Herausforderungen sind es auch, die er liebt und die ihn beflügeln. "Alles geht", lautet seine Devise in solchen Momenten. Und getreu dem Motto: "Wenn es möglich ist, dann werden wir es schaffen. Und wenn es nicht möglich ist, dann finden wir eine andere Lösung", wurde konstruiert und selbst gebaut, was es nicht am Markt gab. Wie beispielsweise die Dichtungen, die sie für den Common Sky brauchten. Unter dem Strich zählt dann aber vor allem die Qualität der Arbeit: "Glücklicherweise ist das Dach am Ende tatsächlich dicht gewesen", freut sich Hahner nach der Fertigstellung des Common Skys, eines ganz besonderen Bauwerks.