Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Halbjahr dieses Jahres einen Milliardenüberschuss verbucht. Während der Überschuss in den ersten sechs Monaten des Jahres 2010 nur bei 112 Millionen Euro gelegen habe, hätten die Kassen im gleichen Zeitraum dieses Jahres ein Plus von 2,417 Milliarden Euro gemacht, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag mit.
2,9 Milliarden Euro im Plus
Den Einnahmen von 91,7 Milliarden Euro hätten Ausgaben von 89,3 Milliarden Euro gegenüber gestanden. Zusammen mit Überschüssen beim Gesundheitsfonds ergebe sich sogar ein Plus von 2,9 Milliarden Euro. Die Ausgaben in der zweiten Jahreshälfte lägen aber regelmäßig über denen des ersten Halbjahrs.
Hoher Anstieg beim Krankengeld
Die Einnahmen seien vor allem aufgrund der positiven konjunkturellen Entwicklung gestiegen. Die Ausgaben hätten um 2,8 Prozent zugenommen, wobei ein Anstieg um 4,3 Prozent erwartet worden war. Vor allem bei den Arzneimitteln sei deutlich gespart worden. Demnach sanken hierfür die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 940 Millionen Euro, was einem Rückgang um fast sechs Prozent entspricht. Das Ministerium führte dies auf das Arzneimittel-Sparpaket zurück, das im vergangenen Jahr verabschiedet worden war.
Schon seit August 2010 seien die Kassen durch die Anhebung von Pharmarabatten um monatlich mehr als 100 Millionen Euro entlastet worden. Außerdem gebe es seit Jahresanfang für die Kassen die Möglichkeit, für jedes neue Medikament mit neuen Wirkstoffen Erstattungsbeiträge zu vereinbaren.
Im Gegensatz dazu gaben die Kassen fast zehn Prozent mehr für das Krankengeld aus. Ursachen für den Anstieg auf 4,3 Milliarden Euro waren die Ausgaben für ältere Arbeitnehmer vor der Verrentung sowie der Anstieg von lang andauernden psychischen Erkrankungen.
Gesundheitsfonds hat Milliardenreserve
Durch die Überschüsse des ersten Halbjahres verfügt der Gesundheitsfonds zum Ende des Jahres voraussichtlich über eine Reserve von 6,9 Milliarden Euro. Davon seien jedoch wesentliche Teile bereits gebunden. Die "maßvolle Überschreitung" der Mindestgrenze der Liquiditätsreserve sei für ein nachhaltig finanziertes Gesundheitssystem unter den derzeitigen Bedingungen ökonomisch sinnvoll und zugleich im Interesse der Versicherten, schrieb das Ministerium.
dapd