Es ist die älteste Lebensmittelverordnung der Welt und heute noch so aktuell wie eh und je: das Deutsche Reinheitsgebot. Das kann auch heute noch gegen Absatzeinbrüche helfen – ein bisschen zumindest.
23. April: Tag des Deutschen Bieres
Die Stimmung unter Deutschlands Brauern ist zurzeit nicht gerade überschäumend. 2010 ist der Bierabsatz abermals um 1,7 Prozent auf nunmehr 98,3 Hektoliter gesunken. Der Absatz schrumpft laut dem Statistischen Bundesamt schon seit mehr als zehn Jahren permanent – mit Ausnahme von Jahren großer Fußball-Turniere. Die Verbraucher setzen vermehrt auf Wein oder lassen den Alkohol ganz weg.
Da tut es gut, an die eigene Tradition im Land des Bieres zu appellieren. Mit dem Tag des Deutschen Bieres wird seit 1994 der Erlass des bayerischen Reinheitsgebots aus dem Jahr 1516 zelebriert – immer am 23. April. Einige mittelständische Familien-Brauereien in Süddeutschland, die sich in der "Gütegemeinschaft Traditionsbier“ zusammengeschlossen haben, brauen dafür eigens limitierte Spezialbiere: das "Jahrgangsbier 23. April (siehe auch: ggtb.de). Ende August sollen die Biere auch in den Handel kommen.
Der Erlass von Herzog Wilhelm IV. aus dem Jahr 1516 ist längst ein Synonym für die Qualität deutscher Biere geworden. Weil damals das Herumexperimentieren beim Bierbrauen begann, forderte Wilhelm Einhalt: Zum Brauen sollten nur wenige natürliche Zutaten verwendet werden dürfen.
Heute noch halten sich viele deutsche Brauer daran. Zumal der Verbraucherschutz eine immer größere gesellschaftliche Rolle einnimmt. Mehr als 5.000 verschiedene Biere, so heißt es, werden in Deutschland nach diesem Qualitätsmerkmal gebraut. Es scheint noch immer anzukommen.
bur