Deutschland ist ein Hort der Stabilität. Doch um uns herum stürmt es. Das Land muss sich auch 2013 wieder bewähren.
Burkhard Riering
So viel ist mal sicher: Auch 2013 wird die Welt nicht untergehen. Alle anderen Prognosen aber sind da schon deutlich gewagter: Wie entwickelt sich die Eurokrise? Springen die USA über die Fiskalklippe in die Rezession? Fällt Deutschland in ein Wachstumsloch? Werden die Bundestagswahlen einen Schwenk hierzulande auslösen? Und die wichtigste Frage: Was wird aus dem Geld der deutschen Sparer?
Burkhard RieringBislang zumindest ist Panik unangebracht. Von Rezession und Inflation war zwar viel die Rede. Doch trotz der Krisen gilt Deutschland weiter als ein Hort der Stabilität. Robuste Wirtschaft, Rekordeinnahmen des Bundes, geringe Arbeitslosigkeit, volle Auftragsbücher der Betriebe und konsumfreudige Bürger. Was soll uns da passieren?
Zu viele Staaten wackeln
Da sind zum einen die Rezessionen und Quasi-Pleiten südeuropäischer Länder. Hier drohen weitere Exportrückgänge deutscher Firmen. Schlimmer aber ist es, wenn die USA tatsächlich einen Sparkurs fahren müssen und die amerikanische Wirtschaft deswegen in die Rezession schlittert. Diese Gefahr ist keineswegs gebannt. Solch eine US-Misere würde den Verkauf von Investitionsgütern deutscher Firmen in Übersee immens beeinträchtigen. Und daran hängen hier viele Arbeitsplätze.
Das nächste Problem hat Deutschland, wenn die Kosten der Euro-Rettung explodieren. Dass Griechenland jetzt erst einmal versorgt ist und alles sich entspannen kann, glaubt doch niemand ernsthaft. Die eigene öffentliche Verschuldung kann der Bund nicht abbauen, wenn er mit so viel Geld im Ausland im Feuer steht.
Binnenkonsum muss stark bleiben
Verlassen konnte sich Deutschland zuletzt auf den Binnenkonsum. Es wird hierzulande noch fleißig gekauft. Indes treten Unwägbarkeiten auf: Die Lohnsteigerungen bleiben moderat, gleichzeitig wird vieles teurer, allen voran Strom, Gas etc. Kommt noch eine höhere Inflation hinzu?
Zudem bleiben die Steuern und Abgaben hierzulande hoch. Möglichkeiten wie die Bekämpfung der "kalten Progression" wurden von der Politik nicht genutzt. Das alles könnte den Konsum drücken.
Allen muss es gut gehen
Fest steht: Trotz der Beschwichtigungen aus der Politik nehmen die Risiken nicht ab. Wenn EU-Verantwortliche jetzt behaupten, dass Schlimmste sei überstanden, dann sollte man sie mit dieser Aussage in einem Jahr einmal konfrontieren.
Im Vergleich zu den anderen Industriestaaten und Euro-Ländern geht es Deutschland weiter gut. Es würde Deutschland aber noch besser gehen, ginge es auch den anderen gut.
