2010 war ein Rekordjahr

Binnenkonsum und Export stützen Arbeitsmarkt

2010 war ein Rekordjahr

Die Wirtschaft blieb im Schlussquartal 2010 auf Expansionskurs. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes hat sich die gesamtwirtschaftliche Leistung von Oktober bis Dezember zum Vorquartal um rund 0,5 Prozent erhöht. Im Gesamtjahr ist das reale Bruttoinlandsprodukt um 3,6 Prozent gewachsen. Damit ist Deutschland schneller aus der Krise gekommen als erwartet.

Beim privaten Konsum hielt der positive Trend an. Basis für die moderate Aufwärtsentwicklung bildeten die anhaltenden Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt, das immer noch ruhige Preisklima, steigende Realeinkommen sowie eine leicht sinkende Sparneigung. 2010 lagen die realen Konsumausgaben um 0,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Ausrüstungsinvestitionen nahmen infolge der kräftigen Konjunkturerholung weiter zu. Darüber hinaus könnte das Auslaufen der degressiven Abschreibungsmöglichkeit zum Jahresende für Impulse gesorgt haben. Im Jahr 2010 sind die preisbereinigten Ausgaben für Maschinen, Geräte und Fahrzeuge um 9,4 Prozent gestiegen.

Der Export ist gegenüber dem Vorquartal weiter gestiegen. Allerdings hat die Aufwärtsdynamik nachgelassen. Das gedrosselte Wachstumstempo ist auf die Konjunkturabschwächung in den USA, der Eurozone und China zurückzuführen. Auch für wichtige Schwellenländer wie Indien und Brasilien gab es Hinweise auf eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Entwicklung. Insgesamt haben die realen Ausfuhren im Jahr 2010 um 14,2 Prozent zugelegt.

Der Preisauftrieb auf der Verbraucherstufe hat sich im Schlussquartal 2010 beschleunigt. Die allgemeine Inflationsrate stieg innerhalb der letzten drei Monate von 1,3 auf 1,7 Prozent und erreichte somit den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Preistreibend wirkten in erster Linie die Verteuerungen von Kraftstoffen und leichtem Heizöl. Die Europäische Zentralbank sieht stabile Preise bis zu einem Wert knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Am Arbeitsmarkt haben sich die Besserungstendenzen fortgesetzt. Die Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahmen saisonbereinigt erneut zu. Ferner signalisierte der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit eine weitere spürbare Zunahme der Arbeitskräftenachfrage. Der Rückgang der Unterbeschäftigung setzte sich dank anhaltender Konjunkturbelebung fort. Im Dezember waren 3,02 Millionen Personen erwerbslos gemeldet, rund 260.000 weniger als vor einem Jahr. Parallel dazu fiel die Arbeitslosenquote von 7,8 auf 7,2 Prozent.