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Privatleben kommt oft zu kurz 11 Tipps für eine ausgeglichene Work-Life-Balance

Firmenchefs von kleinen und mittleren Unternehmen arbeiten viel und kommen selten zu Ruhe. Was Sie ändern können, um ihre Work-Life-Balance wieder ins Gleichgewicht zu bekommen.

Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Firmenchefs von kleinen und mittleren Unternehmen arbeiten durchschnittlich 50 bis 70 Stunden pro Woche. Sechs Prozent arbeiten sogar mehr als 70 Stunden. Das ergab eine Umfrage des The Alternative Board (TAB) unter 151 Unternehmern. Das TAB bietet eine Plattform für Erfahrungsaustausch unter Firmenchefs.

Work-Life-Balance ist prinzipiell wichtig

Trotz der langen Arbeitszeit ist 81 Prozent der Unternehmer eine gute Work-Life-Balance wichtig. Mehr als die Hälfte der Befragten wissen aber, dass es oft nur Wunschdenken bleibt. Sie haben den Eindruck, dass ihr Familien- und Privatleben zu kurz kommt. 35 Prozent sahen sich schon mit dem Vorwurf konfrontiert, zu wenig Zeit für Familie und Freunde zu haben.

Folgen der fehlenden Work-Life-Balance

58 Prozent der Firmenchefs gönnen sich maximal vier Wochen Urlaub im Jahr. Trotzdem fällt es 45 Prozent schwer, in der freien Zeit nicht an die Arbeit zu denken. Das führt bei jedem Zweiten zu erhöhtem Stress, der durch Zeitdruck (53 Prozent), die Menge der zu bearbeitenden Themen (47 Prozent) und negativen Personalthemen (38 Prozent) ausgelöst wird.

Unternehmer versuchen Arbeit und Privates auszugleichen

Um der fehlenden Work-Life-Balance etwas entgegen zu setzen, versuchen 59 Prozent der Befragten berufliche Aufgaben zu delegieren. Sport ist für 55 Prozent ein geeignetes Mittel, um Stress abzubauen. Fast jeder Zweite priorisiert seine Aufgaben.

Strategien für eine ausgeglichene Work-Life-Balance  

Das TAB hat elf Tipps aufgestellt, mit denen – nicht nur – Firmenchefs ihr Arbeits- und Privatleben wieder in Balance bringen können:

1. Zeitkiller eliminieren

Faktoren identifizieren, die daran hindern, Ziele schnell zu erreichen und abstellen.

2. Prioritäten setzen

Auf das Wesentliche konzentrieren. Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit sortieren.

3. Strukturiert arbeiten

Eine Stunde am Tag ungestört arbeiten. Für die Dauer der "stillen Stunden" das Telefon umleiten. Mails, die über den Tag verteilt eintreffen, lenken häufig vom strukturierten Arbeiten ab. Zeitfenster am Tag um Mails zu bearbeiten können helfen. Mitarbeitern die "stille Stunde" kommunizieren und geregelte Sprechstunden anbieten.

4. Aufgaben delegieren

Mitarbeiter können sich mit Sachfragen auseinanderzusetzen und Entscheidungsvorlagen aufbereiten. Die Einbeziehung in wichtige Entscheidungen wird zudem deren Motivation fördern.

5. Nicht sofort zusagen

Kundenanfragen nicht sofort annehmen, sondern Bedenkzeit nehmen, um in Ruhe die Folgen zu durchdenken.

6. Limits für die Arbeitszeit

Wie bei Angestellten sollte die Arbeitswoche 40 Stunden nicht überschritten. Auch wenn es nicht immer einzuhalten ist, sollte die Grenze immer im Blick behalten werden.

7. Wochenenden freihalten

Am Wochenende kann man sich im Büro ungestört um Unerledigtes kümmern. Das Wochenende sollte aber einem selbst, der Familie und Freunden vorbehalten sein. Nach der Pause kann man am Montagmorgen erholt durchzustarten.

8. Private Termine in den Kalender eintragen

Das ist ein guter Weg, Privates nicht aus dem Blick zu verlieren. Wenn Hobbies oder Aktivitäten mit der Familie und mit Freunden im Dienstkalender stehen, fällt es schwerer diese zu versäumen oder versehentlich einen Geschäftstermin zu buchen.

9. Berufliches und Privates trennen

Nach der Arbeit das Diensthandy ausschalten und keine geschäftlichen Mails abrufen. Dazu ein privates Mail-Konto führen und notfalls ein Zweithandy kaufen.

10. Auszeiten einplanen

Wie die Mitarbeiter, sollten auch Firmenchefs darauf achten regelmäßig Auszeiten in Form von Urlaub zu nehmen.

11. Erstrebenswerte Ziele im Privaten

Nicht nur Ziele für das Unternehmen stecken. Private Ziele dienen dazu sich persönlich weiterzuentwickeln. dhz

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