Eine Vermittlungsplattform hat in den zehn größten deutschen Städten je 100 Kundenanfragen an fünf Gewerke verschickt. Fensterbauer reagierten auf 76, Dachdecker nur auf 37 Anfragen. Welche Gewerke häufig antworten, wann Vorabbesichtigungstermine möglich sind – und mit welchen Wartezeiten bis zur Umsetzung zu rechnen ist.

Wie reagieren Handwerksbetriebe auf neue Kundenanfragen – und wie schnell kommen Auftraggeber tatsächlich zu einem Termin? Die Vermittlungsplattform Aroundhome hat dafür je 100 standardisierte Anfragen an Dachdecker, Solartechniker, Heizungstechniker, Fensterbauer und Trockenbauer in den zehn größten deutschen Städten verschickt. Das Ergebnis zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Gewerken.
Fensterbauer reagieren am häufigsten, Dachdecker am seltensten
Spitzenreiter bei der Rücklaufquote sind die Fensterbauer: Sie antworteten auf 76 von 100 Anfragen. Es folgen Heizungsbauer mit 57 Prozent, Solartechniker mit 56 Prozent und Trockenbauer mit 54 Prozent. Schlusslicht sind die Dachdecker – sie meldeten sich nur auf 37 von 100 Anfragen zurück. Knapp zwei Drittel der Anfragen blieben unbeantwortet.
Konkrete Termine bleiben die Ausnahme
Noch deutlicher fällt die Lücke bei der Terminvergabe aus. Trockenbauer nannten in 28 Fällen direkt einen konkreten Termin, Fensterbauer in 27, Solartechniker in 22 und Heizungsbauer in 16 Fällen. Bei Dachdeckern war es nur in sieben von 100 Anfragen der Fall. Die Mehrheit der antwortenden Betriebe nennt bei der ersten Anfrage keinen konkreten Termin.
Wartezeiten: Von Tagen bis zu mehreren Wochen
Auch bei den Wartezeiten zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Gewerken. Einen Vorabbesichtigungstermin erhalten Auftraggeber bei Fensterbauern und Trockenbauern durchschnittlich bereits innerhalb eines Tages, während sie bei Solartechnikern aktuell mit mindestens drei bis vier Wochen rechnen müssen. Bei der anschließenden Projektumsetzung reicht die Spanne von zwei bis drei Wochen bei Trockenbauern bis fünf Wochen bei Solartechnikern und rund sechs Wochen bei Fensterbauern. Die Angaben der angefragten Dachdecker-Betriebe lagen im Schnitt bei mindestens sechs bis zehn Wochen.
"Die Ergebnisse zeigen, dass der Zugang zu Handwerksleistungen stark vom Wohnort abhängt", sagt Dagmar Faltis, Geschäftsführerin von Aroundhome. Wartezeiten von mehreren Wochen und zum Teil mehreren Monaten gebe es gewerkeübergreifend – auch bei vergleichsweise kleinen Projekten. Nach Angaben von Aroundhome beziehen sich die Ergebnisse auf allgemeine Marktanfragen, nicht auf Aufträge, die über die Plattform vermittelt werden.
Betriebe regional sehr ungleich verteilt
Die Verfügbarkeit von Handwerksbetrieben unterscheidet sich regional deutlich. Laut Aroundhome-Auswertung von Destatis-Daten führen die ostdeutschen Flächenländer das Bundesländer-Ranking an: Brandenburg kommt auf 53,72 Betriebe je 10.000 Einwohner, Thüringen auf 50,77 und Sachsen auf 50,03. Am unteren Ende stehen die Stadtstaaten Bremen (20,37), Hamburg (22,15) und Berlin (23,75). Der Bundesschnitt liegt bei 38,4.
Innerhalb einzelner Gewerke ist die Spanne besonders groß. Bei Zimmerern beträgt die Differenz mehr als das Zehnfache – von rund 30,2 Betrieben je 100.000 Einwohner in Schleswig-Holstein gegenüber 2,8 in Berlin. fre