Tag des deutschen Bieres 10 erstaunliche Fakten über Bier

Bier macht dick, Frauen trinken nur Wein und Dunkles ist stärker als Helles: Um Weißbier, Pils & Co. ranken sich zahlreiche Mythen. Zum "Tag des deutschen Bieres" am 23. April schaut die Deutsche Handwerks Zeitung ganz genau hin und macht den Fakten-Check.

Macht Bier tatsächlich dick? Um Pils, Helles & Co. ranken sich zahlreiche Mythen. Doch an welchen ist etwas dran? Der Bier-Fakten-Check. - © SENTELLO - stock.adobe.com

Seit 1994 ist ein Tag jenem Getränk gewidmet, das allein in Deutschland in mehr als 40 verschiedenen Sorten und 6.000 Variationen angeboten wird. Am 23. April feiert der Deutsche Brauer-Bund den Tag des deutschen Bieres. Der Ursprung des Feiertags reicht zurück bis ins Jahr 1516. In diesem Jahr wurde die Urform des Reinheitsgebotes in einem Erlass der Bayerischen Landesordnung beschlossen.

1. Bier macht einen Bierbauch

Laut einer Studie des University College London ist da nichts dran. Und tatsächlich: Ein Pils hat zum Beispiel weniger Kalorien als Apfelsaft oder Milch. Bierkonsum steht bei Männern in keinem Zusammenhang mit Übergewicht. Frauen, die mäßig Bier trinken sind sogar etwas schlanker als solche, die ganz darauf verzichten. Sogar bei Sportlern ist Bier beliebt, vor allem jedoch die alkoholfreien Sorten. Diese besitzen isotonische Eigenschaften. Soll heißen, dass die im Getränk enthaltenen Mineralien und Nährstoffe besonders schnell aufgenommen werden können. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Absatz alkoholfreier Biere auf mehr als 6,2 Millionen Hektoliter verdoppelt.

2. Männer trinken Bier, Frauen trinken Wein

Sicher ist Bier in erster Linie ein Männergetränk. Wie das Bundesforschungsministerium jedoch herausgefunden hat, trinken 48 Prozent der Frauen lieber Bier als Wein. In der Gruppe der 19- bis 24-Jährigen spielen die Geschlechter zudem keine Rolle. Bier liegt hier bei beiden Gruppen auf Platz eins der beliebtesten alkoholischen Getränke. Bei der Wahl der Biersorte unterscheiden sich die Geschlechter jedoch. Männer bevorzugen Pils, Frauen das Helle und alkoholfreie Biere. Am liebsten trinken die Deutschen ihr Bier übrigens zuhause. In einer repräsentativen INSA-Umfrage gaben 59 Prozent der Befragten an, dass ihr Lieblingsplatz zum Biergenuss die eigenen vier Wände seien – noch vor Biergärten, Restaurants und Kneipen.

3. "Bier auf Wein, lass' das sein!"

Wer kennt diesen Spruch nicht? Von Generation zu Generation wird er weitergegeben. Dabei handelt es sich heute wohl eher um ein nettes Kurzgedicht als eine wahre Leitformel. Zwar hat der Spruch durchaus eine historische Wurzel: Im Mittelalter symbolisierte er die sozialen Unterschiede zwischen den einfachen Ständen und dem Adel. Ein Adeliger würde niemals Bier, das Getränk der unteren Klassen, trinken. Das war es aber auch schon. Der Wahrheitsgehalt der Weisung tendiert dabei gen null. Es kommt immer auf die Menge an, nicht auf die Reihenfolge.

4. Ein gutes Bier braucht sieben Minuten

Das berühmte Sieben-Minuten-Pils. Nur dann soll es optimal zu trinken sein. Früher mag es gestimmt haben, dass man sieben Minuten gebraucht hat um ein Bier zu zapfen. Heute ist es durch neue Zapfanlagen jedoch meist möglich ein Bier in zwei, maximal drei Minuten trinkfertig zu haben. Das ist auch gut so, denn je länger es dauert, desto mehr verliert das Bier an Qualität. Entscheidend ist nicht die Dauer des Zapfvorgangs, sondern die richtige Technik.

5. Bier hat kaum Nährstoffe

Im Gegenteil. Es enthält jede Menge: Kalzium, Phosphor, Magnesium und Kalium sind im Bier vorhandene Mineralstoffe. Dazu kommen verschiedene B-Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe wie etwa Polyphenole. Letztere gibt es zwar nur in geringen Mengen. Im Vergleich mit anderen alkoholischen Getränken ist der Gehalt aber relativ hoch.

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    Angeblich trinken Männer mehr Bier und Frauen mehr Wein. Sicher ist Bier in erster Linie ein Männergetränk. Allerdings hat das Bundesforschungsministerium herausgefunden, das 48 Prozent der Frauen lieber Bier als Wein trinken.
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    "Bier auf Wein das lass sein": Doch ist das wirklich so? Im Mittelalter symbolisierte der Spruch die sozialen Unterschiede zwischen den einfachen Ständen und dem Adel. Ein Adeliger würde niemals Bier trinken. Das war es aber auch schon. Der Wahrheitsgehalt der Weisung tendiert dabei gen null. Denn: Es kommt immer auf die Menge an, nicht auf die Reihenfolge.
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    Angeblich ist ein Bier erst nach sieben Minuten optimal trinkbar. Stimmt das? Nein, heute nicht mehr. Dank moderner Zapfanlagen ist es möglich ein Bier in zwei, maximal drei Minuten trinkfertig zu haben.
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    Bier hat kaum Nährstoffe: Im Gegenteil. Es enthält jede Menge: Kalzium, Phosphor, Magnesium und Kalium sind im Bier vorhandene Mineralstoffe.
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    Ist dunkles Bier wirklich stärker als Helles? Das kann man so nicht sagen. Zwischen der Farbe und dem Alkoholgehalt besteht nicht zwingend ein Zusammenhang. Die dunklere Farbe kommt dann zustande, wenn Dunkel- oder Röstmalze im Brauprozess verwendet werden. Der Alkoholgehalt ändert sich dadurch nicht.
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    In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Brauereien in Deutschland leicht gestiegen.
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    Bier: kennst du eines, kennst du alle. Weit gefehlt! Der deutsche Biermarkt wird zunehmend vielfältiger und dynamischer. Derzeit gibt es in Deutschland mehr als 5.500 Biermarken – jede Woche kommt ein neues Bier auf den Markt.
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    Der Stammtisch stirbt aus. Das stimmt. Junge Leute, die jeden Tag in die gleiche Kneipe gehen? Das gibt es kaum noch. Bei aller Liebe zum Bier. Die Freizeitgestaltung sieht heutzutage anders aus.
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    Das stärkste Bier Deutschlands wird in Mittelfranken gebraut. Georg "Schorsch" Tscheuschner hat ein Bockbier mit 57 Prozent Alkohol nach dem deutschen Reinheitsgebot hergestellt. Damit stellte der Braumeister 2012 sogar einen Weltrekord auf.
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    Briefmarken zu sammeln war nie etwas für den Amerikaner Ron Werner. Im Alter von 14 Jahren begann er 1982, Bierflaschen aufzuheben. Rund 1.000 neue Flaschen kommen jedes Jahr hinzu. Bis heute hat Werner etwa 26.000 unterschiedliche Flaschen in seinem Besitz und dafür einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde erhalten. Nebenbei sammelt er übrigens auch Bierdosen und Zapfhähne.
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    Franz Stellmaszyk ist Modellbauer aus Leidenschaft und hat mit seinen Miniaturen schon zahlreiche Weltrekorde aufgestellt. Seine Mini-Bierflasche misst lediglich 15,96 Millimeter und ist damit sogar kleiner als ein Cent-Stück. Die filigrane Flasche ist sogar mit einem Bügelverschluss ausgestattet und hat es – wie zwölf andere seiner Miniaturen – ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft.
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    Männer mit dickem Bauch trinken dem Klischee nach zu viel Bier. Der direkte Zusammenhang zwischen Biergenuss und Bauch ist allerdings nur ein Mythos. Der Kaloriengehalt im Bier ist niedriger als z.B. in Milch oder Apfelsaft. Wie bei den anderen Getränken führt Bier deshalb nur bei einem übermäßigen Konsum zur Gewichtszunahme. Allerdings regen Alkohol und Bitterstoffe im Bier den Appetit an. In Kombination mit fettigem Essen kann das Bier zumindest den An­stoß zum "Bierbauch" geben.
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    Der stärkste Bierkrugträger der Welt kommt erwartungsgemäß aus Bayern. Oliver Stümpfel hat seinen eigenen Rekord überboten. 27 volle Bier­krüge – ein Gewicht von insgesamt 62 Kilogramm – stemmte er über ­eine Strecke von 40 Metern.
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    Brauen war anfangs Frauensache

    Männer haben nicht nur bei den Biertrinkern, sondern auch unter den Brauern ein klares Übergewicht (rund 94 Prozent). Doch das war nicht immer so. Bei den Germanen fiel das Brauen wie Kochen und Backen in den Bereich der Frau. Und selbst Martin Luther soll von seiner Frau, Ordensschwester Katharina von Bora, das Brauen gelernt haben.
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    Mit fast 83 Millionen Hektolitern wurde in Deutschland 2019 mehr Bier ausgeschenkt als irgendwo sonst in Europa. Spitze war auch die hierzulande produzierte Menge: 91,6 Millionen Hektoliter, von denen knapp 16 Millionen exportiert wurden. Immerhin stammen von den 40 größten Brauereien der Welt acht aus Deutschland. Geht es allerdings um den Konsum pro Kopf, so wendet sich das Blatt: Mit 142 Litern lagen die Tschechen 2019 vor den Österreichern mit 107 Litern. 100 Liter trank im Durchschnitt jeder Deutsche: Rang drei. Weit hinten hingegen rangieren Italiener, Franzosen oder Griechen.
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    Männer mit dickem Bauch trinken dem Klischee nach zu viel Bier. Der direkte Zusammenhang zwischen Biergenuss und Bauch ist allerdings nur ein Mythos. Der Kaloriengehalt im Bier ist niedriger als z.B. in Milch oder Apfelsaft. Wie bei den anderen Getränken führt Bier deshalb nur bei einem übermäßigen Konsum zur Gewichtszunahme. Allerdings regen Alkohol und Bitterstoffe im Bier den Appetit an. In Kombination mit fettigem Essen kann das Bier zumindest den An­stoß zum "Bierbauch" geben.
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    Bier auf dem Mond

    "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen … ein … riesiger Sprung für die Menschheit." Die Worte von Neil Armstrong bei seiner Landung auf dem Mond sind legendär. Was viele nicht wissen: Armstrong war auch der erste Biertrinker auf dem Mond. Die leere Flasche ist heute in einem Museum ausgestellt.
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    Volksgetränk der Tschechen

    In Tschechien ist Bier das unumstrittene Nationalgetränk. Jeder Tscheche verzehrt laut dem Verband "Brewers of Europe" im Schnitt über 140 Liter Bier im Jahr. Deutschland schafft es mit einem Pro-Kopf-Konsum von 107 Litern auf Platz zwei, dicht gefolgt von den österreichischen Nachbarn. In anderen Ländern hat Bier dagegen einen schweren Stand. Franzosen und Italiener trinken nur knapp 30 Liter im Jahr und geben häufig Rot- und Weißwein den Vorzug.
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    Biersuppe zum Frühstück

    Bier war früher ein beliebtes Frühstück in deutschen ­Familien – auch für Kinder. Allerdings wurde das Bier nicht im Glas, sondern in Form einer warmen Suppe gereicht. Wichtige Zutaten vieler ­Rezepte waren neben dem Bier ein altbackenes Brot und Kümmel. Die aufgekochte Suppe wurde nach Belieben mit Butter, Salz oder Zucker veredelt.

6. Dunkles Bier ist stärker als helles

Das kann man so nicht sagen. Zwischen der Farbe und dem Alkoholgehalt besteht nicht zwingend ein Zusammenhang. Die dunklere Farbe kommt dann zustande, wenn Dunkel- oder Röstmalze im Brauprozess verwendet werden. Nur durch den Einsatz anderer Malzarten ändert sich der Alkoholgehalt nicht.

7. Die Deutschen trinken am meisten Bier

Tatsächlich sind es die Tschechen, die am meisten Bier konsumieren. 2016 trank jeder Tscheche im Schnitt 143 Liter – in Deutschland waren es "nur" 104. Die Nummer eins sind jedoch die deutschen Bierbrauer. Mit einer Jahresabsatz von rund 9,5 Milliarden Litern Bier dürfen sie sich zurecht Europameister nennen. Dahinter folgen Russland (7,8 Milliarden Liter Bier) und Großbritannien (4,4 Milliarden Liter Bier).

8. Es gibt immer weniger Brauereien

Keineswegs. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Brauereien sogar um 150 gestiegen – ein Ende dieser Entwicklung ist nach Einschätzung des DBB nicht in Sicht. Der Veband erwartet, dass die Zahl der deutschen Brauereien noch im Frühjahr 2018 die Marke von 1.500 überschreiten wird. Die meisten Braustätten haben - wie könnte es anders sein - ihren Sitz in Bayern. 2017 waren dort 642 Brauereien registriert. Auf Platz 2 und 3 folgen Baden-Württemberg (204 Braustätten) und Nordrhein-Westfalen (140 Braustätten).

9. Es gibt immer weniger verschiedene Biere

Wer den Markt beobachtet, wird feststellen, dass die Markenvielfalt deutscher Biere zunimmt. Seit der Jahrtausendwende dürften 500 neue Biere hinzugekommen sein. Insgesamt gibt es nach einer Schätzung des DBB mehr als 6.000 unterschiedliche Biere in Deutschland. Rein rechnerisch könnten deutsche Biertrinker 16 Jahre lang jeden Tag ein anderes Bier probieren – ohne dabei zweimal dasselbe kosten zu müssen. Übrigens: Die beliebtestes Sorte ist nach wie vor das Pils mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent. Dahinter folgen die Sorten Weizen und Export mit jeweils rund sieben Prozent.

10. Bier: Kennst du eins, kennst du alle

Weit gefehlt! Der deutsche Biermarkt wird zunehmend vielfältiger und dynamischer: Es kommt in etwa jede Woche ein neues Bier auf den Markt. Nirgends ist die Bierlandschaft so abwechslungsreich wie hierzulande. Spezialitäten eines neuen Typs – sogenannte "Craftbiere" – erfreuen sich besonders unter jungen Bierbrauern großer Beliebtheit. Aktuell jedoch liegt der Marktanteil dieser von Regionalität und Experimentierfreude geprägten Biere erst bei ein bis zwei Prozent. dhz