Zentralverband des Deutschen Handwerks 10.000 unbesetzte Lehrstellen im Handwerk

Die ostdeutschen Handwerkskammern melden zum Beginn des Ausbildungsjahres noch rund 1.500 freie Lehrstellen in ihren Börsen. Deutschlandweit sind laut dem Handwerksverband ZDH mehr als 10.000 Lehrstellen im Handwerk unbesetzt.

10.000 unbesetzte Lehrstellen im Handwerk

Trotz hoher Dynamik bei der Vermittlung qualifizierter Bewerber aus den Vorjahren drohen in den neuen Bundesländern 2008 viele Lehrstellen aufgrund fehlender oder nicht ausreichend qualifizierter Bewerber unbesetzt zu bleiben. Immer häufiger sind darunter Berufe, die aufgrund ihrer anspruchsvollen Ausbildung und der guten Zukunftsaussichten Bewerber eigentlich reizen sollten: Metallbauer, Elektroniker, Kfz-Mechatroniker, Anlagenmechaniker im Bereich Sanitär, Heizung, Klima oder Augenoptiker.

"Hier wird klar, dass viele Schulabgänger nicht das Rüstzeug für eine Ausbildung in einem anspruchsvollen Handwerksberuf mitbringen. Die Bundesländer müssen daraus schnell Konsequenzen ziehen", fordert Handwerkspräsident Otto Kentzler. Wenn in den kommenden Jahren die Zahl der Schulabgänger im Osten so dramatisch weiter sinke, "muss sicher gestellt werden, dass diese dann tatsächlich für eine Berufsausbildung gerüstet sind", sagt Kentzler.

Entsprechende Vorschläge habe das Handwerk gemacht – etwa für eine Kooperation zwischen Handwerk und Schule oder eine verpflichtende Vorschule.

Mehr Ausbildungsbetriebe, mehr Azubis

In Deutschland ist zum Stichtag 31. Juli die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge mit über 86.000 weiter auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Trotz schwächer werdender Konjunktur wurde auch die Zahl der neu eingeworbenen Lehrstellen noch einmal gesteigert. Dies gilt auch für die Zahl neuer Ausbildungsbetriebe. Nach Start des Ausbildungsjahres beginnen die Handwerkskammern jetzt damit, vermehrt Plätze für Einstiegsqualifizierungen zu besetzen. Für theorieschwächere Schulabgänger und Jugendliche, die bisher noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, ist dies eine Erfolg versprechende Möglichkeit für den Übergang in eine reguläre Ausbildung.

dhz