Rund 1.500 Menschen haben am Samstag in Berlin friedlich gegen Mietsteigerungen und soziale Verdrängung protestiert. Die Demonstration unter dem Motto "Wir bleiben alle" endete am Abend ohne nennenswerte Zwischenfälle im Stadtteil Prenzlauer Berg.
1.500 Menschen demonstrieren in Berlin gegen Mietsteigerungen
Berlin (dapd). Rund 1.500 Menschen haben am Samstag in Berlin friedlich gegen Mietsteigerungen und soziale Verdrängung protestiert. Die Demonstration unter dem Motto "Wir bleiben alle" endete am Abend ohne nennenswerte Zwischenfälle im Stadtteil Prenzlauer Berg. Bei einem Konzert in Friedrichshain, nach dessen Ende es in den vergangenen Jahren wiederholt Randale gegeben hatte, herrschte bei milden Frühlingstemperaturen am Abend Partystimmung. Auch im Mauerpark versammelten sich mehrere Hundert Menschen, um in den 1. Mai zu feiern. Die Polizei war in der Walpurgisnacht mit rund 3.000 Beamten im Einsatz.
Zum Auftakt der Demonstration hatten sich am Rosenthaler Platz in Mitte mehrere Hundert Menschen versammelt. Die Polizei führte Taschenkontrollen durch. Gegen 17.00 setzte sich der Zug in Bewegung, der vorbei an gefährdeten linken Projekten zum U-Bahnhof Eberswalder Straße führte. Die Demonstration, an der auch Mitglieder des sogenannten schwarzen Blocks teilnahmen, richtete sich gegen Mietsteigerung, Gentrifizierung und Verdrängung linker Projekte.
Zu einem Zwischenfall kam es, als der Zug die Kastanienallee passierte. Wie häufig in der Vergangenheit bei linken Demonstrationen brannten Vermummte auf dem Dach eines Gebäudes Feuerwerkskörper ab. Die fünf Personen entrollten zudem ein Transparent, auf dem mit Blick auf das Hamburger Autonomenzentrum Rote Flora stand: "Flora bleibt". Die Polizei begleitete die Demonstration nur mit wenigen Kräften. Sie setzt wie in den Vorjahren auch rund um den 1. Mai 2011 auf ihre Deeskalationsstrategie.
Zu einem als Kundgebung angemeldeten Konzert unter dem Motto "Antikapitalistische Walpurgisnacht" auf dem Wismarplatz in Friedrichshain versammelten sich am Nachmittag mehrere Dutzend Menschen, vornehmlich aus dem linken Spektrum. Sie lauschten Redebeiträgen und Musik. Am Abend vor dem 1. Mai sollten auf einer Bühne mehrere Bands auftreten.
Die Polizei wollte bis in die Abendstunden mit einem Großaufgebot von Beamten dafür sorgen, dass es nicht am Rande und nach Ende der Veranstaltung zu Ausschreitungen kommt.
In den umliegenden Straßen wurden Halteverbotszonen eingerichtet. Am Vormittag waren dort zahlreiche Autos abgeschleppt worden. Damit will die Polizei verhindern, dass Fahrzeuge bei möglichen Krawallen in Brand gesteckt werden. Beamte räumten am Nachmittag die Innenfläche des Boxhagener Platzes. Für das gesamte Gebiet galt ein Glasflaschenverbot. Seit 2002 kam es immer wieder am Rande von Konzertveranstaltungen zu Ausschreitungen in der Walpurgisnacht rund um den Boxhagener Platz. Aufgrund des samstäglichen Wochenmarktes fand die Walpurgisnachtfeier dieses Jahr erstmals auf dem benachbarten Wismarplatz statt.
Im Einsatz war die Polizei auch am Mauerpark. Wie in den Vorjahren wurden dort Tausende Feiernde erwartet. Es galt ein Verbot für Glasflaschen sowie offenes Feuer. Auch hier kontrollierten Polizisten Taschen. Am Abend nutzen noch mehrere Hundert Menschen die letzten Sonnenstrahlen, um durch die Grünfläche zu flanieren. Auf Flyern wurde dazu aufgerufen, eine friedliche Walpurgisnacht zu feiern. Auf dem Programm standen ein großes Feuer sowie eine Seifenblasenshow.
Flaschenwürfe und illegal gezündete Böller hatten in der Nacht zum Samstag die ansonsten friedliche "Mauerpark-Opening-Party" überschattet. Polizisten sprachen 70 Platzverweise gegen Krawallmacher aus und hielten 12 weitere vorläufig fest, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Teilweise leisteten Besucher Widerstand und wurden aggressiv gegenüber Polizeibeamten.
dapd
