Die Regierung in Zypern arbeitet händeringend an einer Alternative zur Zwangsabgabe auf Bankguthaben. Findet sie bis Montag keinen neuen Rettungsplan will die Europäische Zentralbank (EZB) den Geldhahn zudrehen. Deutsche Sparguthaben seien von all dem nicht betroffen, beruhigt unterdessen der Sparkassenpräsident.

Für Zypern wird die Zeit knapp: Die EZB will nur noch bis Montag warten, bis sie Zahlungen als Rettung vor der Staatspleite ablehnt. Notenbankchef Panikos Demetriades zeigte sich zuversichtlich, dass das klappt.
"Ich erwarte, dass es bis Montag ein Hilfsprogramm für Zypern gibt", sagte er laut Nachrichtenagentur CNA nach Beratungen von Präsident Nicos Anastasiades mit den Parteispitzen über einen "Plan B". Statt einer Zwangsabgabe auf Bankguthaben soll nun ein "Solidaritätsfonds" den geforderten Eigenanteil am Rettungspaket erbringen.
Interesse aus dem Ausland
Auf diesen Vorschlag habe sich die Runde einstimmig verständigt, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Regierungspartei DISY, Averof Neophytou. Rechtsexperten prüften ihn jetzt. Aus Regierungskreisen hieß es, der Fonds solle Vermögenswerte der Rentenkassen und Immobilienbesitz des Staates und der Kirche bündeln und Anleihen ausgeben.
Eine Abgabe auf Bankguthaben sei bei diesem Vorschlag nicht mehr vorgesehen, sagte der Vorsitzende der europäischen Partei, Demetrios Syllouris. Der Fonds könne großes Interesse ausländischer Anleger wecken, sodass Zypern mehr als die 5,8 Milliarden Euro aufbringen könnte, die Bedingung für das Hilfspaket von zehn Milliarden Euro waren.
Deutsche Guthaben nicht in Gefahr
Während dieses Ringens um Lösungen hat sich in Deutschland der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, zu Wort gemeldet und will wegen der angespannten finanziellen Lage Zyperns die Sorgen deutscher Sparer zerstreuen. "Deutsche Sparguthaben sind von der Zypern-Krise nun wirklich nicht betroffen", sagte Fahrenschon den "Ruhr Nachrichten".
Der Plan, in Zypern die Bankkunden an der Rettung der angeschlagenen Geldinstitute zu beteiligen, hatte europaweit Sorgen über die Sicherheit von Sparguthaben ausgelöst. Die Bundesregierung sah sich zu Wochenbeginn veranlasst, auf die Fortgeltung der 2008 gegebenen Garantie für Bankguthaben zu verweisen. dhz/dapd