Mobilität -

Produktionsstart im Stillen Zwei neue Elektro-Transporter gehen in Kleinserie

Während die Post zum Jahresende die Produktion des Streetscooters einstellen will, steigen andere Akteure in den Bau von Elektro-Transportern gerade ein. Seit Ende März wird in Herne der Tropos Able montiert, im zweiten Quartal sollte im niederbayerischen Bayerbach das a-Car in die Serie starten. Das musste aber aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden.

Im Ruhrgebiet hat sich die Rückkehr der Fahrzeugproduktion nach dem Aus für Opel in Bochum ganz im Stillen vollzogen. Aufgrund der Corona-Krise konnte der europäische Ableger des kalifornischen Unternehmens Tropos Motors den Produktionsstart in Herne zwar nicht wie geplant feiern. Trotzdem haben zunächst 15 Beschäftigte mit dem Bau des Minitransporters begonnen. Künftig könnten auf dem ehemaligen Ge­lände des Bauunternehmens Heitkamp pro Jahr bis zu 3.000 kompakte Nutzfahrzeuge der Kategorie L7E-CU gebaut werden. Dafür sollen am Standort rund 50 Arbeitsplätze entstehen, plant Tropos Motors Europe (TME). TME ist ein Tochterunternehmen der Autospedition Mosolf aus Kirchheim unter Teck, die für den Bau der E-Transporter mit Tropos Technologies in den USA kooperiert

Tropos Able: Kompaktes Nutzfahrzeug mit 565 Kilogramm Nutzlast

Der Tropos Able ist nur 3,7 Meter lang, 1,4 Meter breit, die Kabine bietet Platz für zwei Personen und die Nutzlast beträgt 565 Kilogramm. Mit einem Wendekreis von knapp vier Metern kann der Kompaktlaster auf engstem Raum rangiert werden. Wie der Hersteller mitteilt, lässt sich dank des geschützten Easy-Swap-Systems der Aufbau in kurzer Zeit von einer Pritsche in einen Koffer verwandeln.

Für den Antrieb stehen zwei Versionen zur Auswahl. Das spartanische Basismodell Tropos Able ST mit Bleibatterie leistet 13 PS und fährt nicht schneller als 40 km/h bei einer Reichweite von 80 Kilometern. Der Tropos Able XT kommt dank der höherwertigeren Lithium-­Ionen-Akkus bei gleicher Motorisierung auf eine Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h. Die Batterie wird in zwei Leistungsstufen angeboten (13 und 26 kWh). Damit sind Reichweiten von 105 beziehungsweise 260 Kilometern möglich. Neben besseren Akkus bietet der XR mit ABS, Airbag, Servolenkung und Klimaanlage zudem eine deutlich um­fangreichere Ausstattung. Dafür kostet er mit 24.000 Euro netto auch deutlich mehr als das Basismodell, das es ab 18.000 Euro gibt.

a-Car: Entwickelt für Afrika

a-Car Evum Motors

Mit bis zu einer Tonne Nutzlast wird das a-Car eine Gewichtsklasse höher agieren als der Tropos Able. Das "a" steht für Afrika und gibt einen Hinweis darauf, wofür dieser allrad­betriebene Elektro-Transporter ursprünglich entwickelt wurde, der nun aber in der Nähe von Landshut produziert werden soll.

Die Idee für das a-Car entstand schon 2013 im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Technischen Universität München. Nach Feldtests in Deutschland und Ghana gründeten die geistigen Väter des geländegängigen Elektro-Transporters, Sascha Koberstaedt und Martin Šoltés, die Firma Evum Motors und präsentierten ihr Fahrzeug auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt.

Entgegen ersten Plänen geht das weiterentwickelte Fahrzeug mit einer Reichweite von rund 200 Kilometern nun zunächst in Deutschland an den Start, für einen Einstiegspreis von 29.900 Euro. Wie das Unternehmen mitteilte, können die ersten Fahrzeuge jedoch wegen der Corona-Pandemie nicht vor Beginn des vierten Quartals ausgeliefert werden.

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