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Studie des BIBB Zufriedenheit von Azubis: Auch abhängig vom Schulabschluss

Immer noch brechen viel zu viele Auszubildende ihre Lehre ab. Ausschlaggebend für ihre Zufriedenheit mit dem Lehrbetrieb ist dabei unter anderem ihr Schulabschluss, wie eine Studie nun zeigt. Doch auch andere Faktoren spielen eine wichtige Rolle.

Je höher der Bildungsabschluss, desto kritischer beurteilen Auszubildende ihre Ausbildungssituation. Das zeigt nun eine Studie des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB), für die 500 Mechatroniker-Azubis im zweiten Lehrjahr befragt wurden.

Demnach bewerten Auszubildende mit (Fach-) Abitur beispielsweise die Aufgabengestaltung oder die Zusammenarbeit mit den Ausbildern kritischer als Auszubildende mit einem mittleren Bildungsabschluss. So empfinden nur knapp 37 Prozent der Abiturienten die Aufgabenvielfalt und Anpassung der Aufgaben an die eigenen Fähigkeiten als positiv, während mehr als 54 Prozent der Auszubildenden mit mittlerem Schulabschluss damit zufrieden sind.

Erwartungen variieren

Doch das liegt laut Studienautoren nicht an den kognitiven Fähigkeiten der Jugendlichen. "Wir vermuten, dass schulische Sozialisationsprozesse eine mögliche Ursache für diesen Befund darstellen und Auszubildende mit Realschulabschluss weniger hoher Erwartungen speziell an die Aufgabengestaltung haben und diese daher positiver einschätzen", heißt es in der Studie .

Einen Unterschied für die Wahrnehmung macht in einigen Bereichen auch die Betriebsgröße. Während die Jugendlichen die Kompetenz und Zusammenarbeit mit den Ausbildern über alle Betriebsgrößen in etwa gleich bewerten, sehen Azubis in größeren Betrieben für sich beispielsweise etwas mehr Handlungsspielraum. Ebenfalls etwas positiver bewerten sie die Rückmeldung, die sie für ihre Arbeit bekommen. Rückmeldeprozesse jedoch, darauf weisen die Studienautoren hin, kommen in der Ausbildung generell etwas zu kurz.

Wertschätzung im Betrieb ist wichtig

Auszubildende in kleinen Betrieben haben im Gegensatz zu ihren Kollegen in Großbetrieben dagegen häufiger das Gefühl, mit ihrer Arbeit einen echten Beitrag im Betrieb zu leisten und sie damit von Bedeutung für ihr Unternehmen sind. Ein Faktor, den sie äußerst positiv bewerten.

Um den eigenen Fachkräftenachwuchs zu sichern, sei es für Ausbildungsbetriebe wichtig, die unterschiedlichen Erwartungen der Jugendlichen ernst zu nehmen und darauf zu reagieren, betonen die Forscher daher.

Unabhängig von Betriebsgröße und Schulabschluss ist laut Studie  jedoch eines: Die Auszubildenden haben ein Bedürfnis nach echter Arbeit. Sie wollen in reale Arbeitsprozesse eingebunden werden, auch wenn damit der Stress steigt. sch

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