München und Oberbayern -

Größte Meisterfeier Deutschlands Zeugnisse für 1.627 neue Handwerksmeisterinnen und -meister

Bei Deutschlands größter Meisterfeier im Handwerk wurden 1.627 neue Meisterinnen und Meister ausgezeichnet. Kammerpräsident Georg Schlagbauer appellierte an die Absolventen, ihre hervorragenden Perspektiven im Handwerk zu nutzen.

"Bei meiner eigenen Meisterfeier vor 19 Jahren war ich wahnsinnig stolz auf mich und meine Leistung und darauf, endlich ein Handwerksmeister zu sein. Ich bin sicher, dass es Ihnen heute genauso geht und gratuliere Ihnen im Namen der Handwerkskammer für München und Oberbayern, aber auch persönlich von ganzem Herzen", betonte Handwerkskammerpräsident Georg Schlagbauer bei Deutschlands größter Meisterfeier im Handwerk. 1.627 Frauen und Männer nahmen im ICM der Messe München ihre Meisterbriefe entgegen.

Gefahr des "Akademisierungswahns"

Schlagbauer kritisierte in seiner Rede, dass das Bildungssystem in Deutschland, das immer auf den Säulen der beruflichen und der allgemeinen Bildung ruhte, immer mehr aus dem Gleichgewicht gerate. Der Kammerpräsident: "2013 haben in Deutschland erstmals mehr junge Menschen ein Studium als eine Lehre begonnen. Der Anteil eines Jahrgangs, der ein Studium aufnimmt, hat sich in den vergangenen zehn Jahren in etwa verdoppelt. Der Philosophieprofessor Julian Nida-Rümelin spricht bereits vom 'Akademisierungswahn' und kommt vielmehr zu dem Schluss, dass berufliche und allgemeine Bildung gleichrangig sind. Diese Meinung vertritt übrigens auch das Handwerk."

Meisterfeier 2014 Handwerkskammer für München und Oberbayern

Zeugnisse für 1.627 neue Handwerksmeisterinnen und -meister in München verliehen.

Das Handwerk prägen

Schlagbauer appellierte an die Meisterinnen und Meister, in den kommenden Jahren die vielfältigen Chancen, die der Meisterbrief eröffnet, auch zu nutzen: "Sie stehen mit der bestandenen Meisterprüfung noch nicht am Gipfel Ihrer Karriere. Prägen Sie das Handwerk in führender Position, vielleicht als selbstständiger Unternehmer. Die Fachkräfte aus dem Handwerk, die theoretisches Wissen ebenso mitbringen wie praktisches Können, werden immer mehr zur Mangelware und daher künftig heiß begehrt sein."

Der Kammerpräsident rief die Meister dazu auf, auch weiterhin Wert auf das Berufsethos im Handwerk zu legen und sich mit der eigenen Arbeit zu identifizieren. Schlagbauer: "Denn nur wenn wir dies tun und uns in den Handwerksorganisationen oder in der Politik engagieren, werden wir unseren Wirtschaftsbereich in eine erfolgreiche Zukunft führen."

Im Namen der Landeshauptstadt gratulierte Münchens Zweiter Bürgermeister Josef Schmid den 1.627 Meisterinnen und Meistern: "Sie sichern die Konkurrenzfähigkeit des Münchner Handwerks und unseren Status als Handwerkerstadt. München hat die höchste Handwerksdichte aller deutschen Großstädte."

Der Kabarettist Wolfgang Krebs unterhielt die Jungmeisterinnen und Jungmeister sowie die zahlreichen Gäste aus Politik und Wirtschaft mit humorvollen Parodien bekannter Politiker.

1.627 Meisterinnen und Meister feiern in München

dhz

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten