Schwaben -

Aufkleber und Urkunden Zeigen Sie, dass Sie ausbilden!

Die Handwerkskammer für Schwaben (HWK) gibt ihren Mitgliedsbetrieben ein neues Instrument an die Hand, um Azubis anzuwerben.

Mit einem neuen Aufkleber und einer Urkunde der HWK können Handwerksunternehmen zeigen, dass sie ein anerkannter Ausbildungsbetrieb sind. Gerade die Aufkleber auf Firmenfahrzeugen oder in Schaufenstern erhöhen die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Die Aufkleber werden jährlich aktualisiert und auch die Urkunde wird jedes Jahr neu vergeben.

Jürgen und Rainer Hader von der Bezler Sanitär GmbH mit Sitz in Augsburg und Königsbrunn freuen sich über das neue Instrument: „Es ist wichtig, deutlich zu machen, dass wir als Mitgliedsbetrieb der Kammer höchste Qualität in der Ausbildung bieten. Das muss in der Öffentlichkeit bei Jugendlichen und Eltern ankommen.“

Tolle Möglichkeiten im Handwerk

„Darüber hinaus müssen wir gerade den Eltern klar machen, dass eine Ausbildung im Handwerk tolle Möglichkeiten bietet. Es stehen den Jugendlichen dabei alle Wege offen, von verschiedensten Weiterqualifizierungen im Beruf selbst bis hin zu einem Studium. Deswegen finde ich auch Aktionen wie ‚Elternstolz‘ sehr gut“, sagt Jürgen Hader. Jürgen und Rainer Hader beschäftigen insgesamt 21 Mitarbeiter, davon drei Azubis.

Zwei der Azubis, Iron Dany Fussu und Ninos Michael Malke, beide 16 Jahre alt, absolvieren derzeit ihre Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. „Es gefällt uns hier sehr gut, wir haben sehr freundliche Kollegen und unsere Chefs sind sehr nett“, sagen die beiden Azubis. Während Iron Dany noch ein wenig mit einer Fußballerkarriere liebäugelt, steht für Ninos Michael fest, dass er seinen Traumberuf gefunden hat und er irgendwann auch seinen Meister machen möchte: „Für mich war schon immer klar, dass ich Handwerker werden will. Ich interessiere mich schon lange für Heizungen und für deren Funktionsweise. Irgendwann will ich auch mal eine eigene Firma haben.“

Zeigen Sie, dass Sie ausbilden!

Jürgen und Rainer Hader sind mit ihren Azubis im ersten Lehrjahr vollauf zufrieden. Diese hatten zuvor ein Praktikum in ihrer Firma absolviert und es war schnell klar, dass das passt. Beide Seiten können sich eine Übernahme nach der Ausbildung sehr gut vorstellen. Jürgen Hader: „Gerade in unserer Branche mit Themen wie Smarthome und der ganzen Gerätesteuerung brauchen wir junge Leute, die einen besseren und einfacheren Zugang zu digitalen Themen haben.“

Vor allem der Trend zur Akademisierung ist den beiden Brüdern, die auch in der Vorstandschaft und im Gesellenprüfungsausschuss der SHK-Innung aktiv sind, ein Dorn im Auge. Jürgen Hader: „Viele Menschen haben ein sehr angestaubtes Bild von den meisten Handwerksberufen im Kopf. Sie glauben, dass man als Handwerker immer hart körperlich arbeiten muss und schmutzig nach Hause kommt. Aber wir sind mehr als nur Rohrschrauber, wir arbeiten mit innovativster Technik und modernsten Geräten.“
„Ausbildung im Handwerk ist Gold wert“

Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben, sieht den Trend Richtung Akademisierung als großes Problem: „Wir haben in Schwaben hervorragende Handwerksbetriebe, die dringend Fachkräfte brauchen und jungen Menschen eine interessante Arbeit und tolle Perspektiven bieten. Eine Ausbildung in einem Meisterbetrieb ist Gold wert. Das unterstreichen wir als Kammer bei jeder Gelegenheit. Der neue Aufkleber und die Urkunde sind ein gutes zusätzliches Instrument in unseren Bemühungen, Fachkräfte fürs Handwerk zu gewinnen.“

Zum Schluss des Betriebsbesuchs bei der Bezler Sanitär GmbH wird noch einmal klar, warum die beiden jungen Azubis über ihren Ausbildungsbetrieb so schwärmen. Weil nämlich der nächste Bus nach Hause erst wieder in einer Stunde fährt, werden Iron Dany und Ninos Michael von ihren Chefs mit dem Auto heimgebracht. Auch solche Vorteile kann eine Ausbildung im Handwerk bieten.

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