ZDF.reportage: Armes reiches Deutschland - TV-Tipp -

Umsonst geschuftet? Viele Rentner in Deutschland stellen sich diese Frage. Da trotz eines langen Arbeitslebens nur wenig für sie übrig bleibt, kämpfen sie gegen die Altersarmut.

Mindestens jeder siebte Rentner gilt als armutsgefährdet, rund eine halbe Million erhält schon heute Grundsicherung. Wer nicht von seiner Rente leben kann, sucht einen Nebenjob. Doch die Arbeitsplätze für Ältere sind rar gesät, viele Jobs gehen auf die Knochen.

Die "ZDF.reportage" trifft Menschen, die im Alter noch schuften müssen.

Ob in Berlin, München oder im Ruhrgebiet, Altersarmut trifft fast immer die gleichen: Verkäuferinnen, Putzkräfte, Handwerker, Selbstständige. Die Arbeitsverträge sind kurz, der Verdienst ist gering - für die Rente kommt dadurch nur wenig zusammen.

Frauen sind besonders häufig von Altersarmut betroffen. So wie Marion Z. aus Berlin. Nach Abzug aller Kosten lebt die 69-Jährige von 4,50 Euro am Tag. Ihr einziger Luxus: eine Monatskarte für den Bus und eine Tageszeitung. Verzweifelt sucht sie einen Minijob. Um ihre Chancen zu erhöhen, verschweigt sie ihre Schwerbehinderung.

Dieter N. aus Dortmund hat lange Jahre als Schmelzer in der Schwerindustrie gearbeitet, doch auch seine Rente reicht nicht aus. Lebensmittel erhält er von der Tafel, Klamotten von der Kleiderkammer. Mit seinen 75 Jahren nutzt er jede Gelegenheit, um mit handwerklichen Arbeiten zusätzliches Geld zu verdienen.

Ohne die Rente ihres Mannes wäre Renate R. im teuren München auf Grundsicherung angewiesen. Zusammen packen die beiden 75-Jährigen zweimal in der Woche Werbeprospekte in Zeitungen. Ein Job, der in die Beine und den Rücken geht, aber notwendig ist, um wenigstens ein bisschen Geld zur Seite legen zu können.


Sendezeit:  14.07.2018 - Sa. - 19.15 Uhr
Sender:  ZDFinfo


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