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Übergriff auf Berufsbild Zahntechniker wehren sich

Zahnärzte, Industrie und Handel schulen Zahnarzthelferinnen in wenigen Stunden zur "zertifizierten Zahntechnikassistentin". Zahntechniker wehren sich.

Die Zahntechniker wehren sich gegen Übergriffe auf ihre Berufskompetenz durch Zahnärzte, Industrie und Handel. Diese schulen Zahnarzthelferinnen in wenigen Stunden zur "zertifizierten Zahntechnikassistentin". In Chairside-Systemen stellen die Assistentinnen dann Zahnersatz direkt in der Umgebung des Behandlungsstuhls beim Zahnarzt her.

Handarbeit statt nur Digitales

Helmut Knittel, Obermeister der Zahntechnikerinnung Nordbayern, sieht hierin einen unrechtmäßigen Eingriff in die Gesetze der Gesundheitshandwerke, was die Zahntechniker in ihrer Existenz bedrohe. Zudem fehle den Zahntechnikassistentinnen das Hintergrundwissen in Anatomie, Statik und dynamischer Funktionslehre, um Zahnersatz in der nötigen Qualität anzupassen.

"Es reicht nicht, nur am Bildschirm Punkte zu setzen. Es müssen genaue Parameter eingestellt werden und hinterher beginnt die Handarbeit, die wesentlich feiner ist als die digitale", so Knittel. Was Zahntechniker in dreieinhalbjähriger Ausbildung lernen, könne nicht durch ein Wochenendseminar ersetzt werden, warnt er. Etwa 30 Prozent der Zahnärzte in Deutschland haben laut Zahntechnikerinnung Nordbayern bereits ein Praxislabor. bst

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