Betriebsübergabe und Nachfolge -

Übernahmen richtig planen Zahl der Nachfolger reicht nur für jedes dritte Unternehmen

Angesichts des demografischen Wandels wird die Unternehmensnachfolge schwieriger. Umso wichtiger ist eine rechtzeitige Vorbereitung.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Betriebsübergabe und Nachfolge

Für das eigene Unternehmen den geeigneten Nachfolger zu finden, wird schwieriger. Das hat seinen Grund: „Die Alterung erhöht Jahr für Jahr die Zahl der Unternehmen, die zur Übergabe anstehen“, sagt KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. „Die jüngeren Generationen sind aber zu dünn besetzt, weshalb die Nachfolger fehlen“, fügt er hinzu. Gleichzeitig dämpfe die gute Arbeitsmarktlage die Bereitschaft, ein Unternehmen zu übernehmen. Während es 2002 noch rund 200.000 Übernahmegründer gegeben hätte, seien es 2015 nur noch 62.000 gewesen. „Damit gibt es aktuell jährlich etwa dreimal so viele übergabebereite Unternehmer wie Übernahmegründer“, erklärte Zeuner.

620.000 Übergaben bis 2018 geplant

Insgesamt planen in Deutschland nach den Angaben der KfW-Bankengruppe bis zum Jahr 2018 rund 620.000 mittelständische Unternehmen mit rund vier Millionen Beschäftigten die Übergabe oder den Verkauf an einen Nachfolger. Vor drei Jahren hatten dagegen nur 530.000 Mittelständler von einem kurzfristig anstehenden Generationenwechsel berichtet. Dies zeigt eine Studie der KfW-Bankengruppe auf Basis des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels.

Schleppender Nachfolgeprozess schwächt Wettbewerbsfähigkeit

Gerade bei den Inhabern kleiner und mittlerer Unternehmen haben laut KfW-Studie rund ein Drittel der Unternehmer, die eine Übergabe bis 2018 planen, wenig bis nichts unternommen, um den Nachfolgeprozess vorzubereiten. Hier drohe die Zeit knapp zu werden, warnt die KfW. Lediglich 42 Prozent hätte den Nachfolgeprozess schon gestartet, weitere 22 Prozent hätten zumindest konkret Planungen. Wenn die Übergabe verschleppt werde oder sogar scheitere, gerieten Investitionen, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze unter Druck.

Wie die KfW-Studie weiter zeigt, messen fast drei Viertel der befragten Unternehmer der intensiven Einarbeitung ihres Nachfolgers die größte Bedeutung zu. Jeder zweite Mittelständler erkennt, dass einer erfolgreichen Nachfolgeregelung eine mehrjährige Planung vorausgehen muss. Eine Modernisierung des Unternehmens sehen dagegen nur 13 Prozent der Befragten als wichtigen Erfolgsfaktor an. Dies kann nach Einschätzung der KfW-Experten allerdings zu Nachfolgeproblemen führen. bir

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