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Lerninstrument für die betriebliche Weiterbildung YouTube für die Personalentwicklung nutzen

Die Videoplattform YouTube zeigt nicht nur abgedrehte Sensationsvideos, sondern eignet sich auch als Lernkanal. Zudem können Betriebe YouTube für die Personalentwicklung nutzen.

YouTube – nicht nur eine Plattform für Katzen-, Viral- oder Skandalvideos, sondern auch ein Kanal für die Weiterbildung und Personalentwicklung. Es gibt viel Lern- und Schulungsmaterial beispielsweise Lesungen von Fachautoren, Seminarausschnitte und Referate, berichtet die Initiative Mittelstand. Laut ihr ist der Bereich Personalentwicklung bei YouTube ergiebig: Für das Suchwort gibt es mehr als 1.200 Videobeiträge. Darüber hinaus nutzt jeder fünfte User YouTube auch zum Lernen.

Lernen und Vermittlung von Wissen

Der Einsatz von YouTube in der betrieblichen Weiterbildung bietet zahlreiche Möglichkeiten, vor allem auch, weil er zeitlich ungebunden ist. Videoclips ermöglichen, den Lernprozess und die Lernziele den persönlichen und betrieblichen Anforderungen anzupassen. Videos eignen sich auch dazu, die bestehenden Weiterbildungsaktivitäten zu ergänzen, auf sie vorzubereiten oder sie zu vertiefen. So können in einem hausinternen Workshop Videobeispiele eingeblendet werden, ein Seminar mit einem Videoreferat oder Interview vertieft werden.

Es gibt unterschiedliche Lern- und Vermittlungsformen von Videobeiträgen, die von Vorträgen und Referaten über Anwendungsdemonstrationen bis zu Workshop-Auszügen reichen. Auch eigene Lernveranstaltungen können als Video aufgenommen, verbreitet und archiviert werden. Das erhöht Reichweite, Lernwiederholungen und den Lerneffekt. YouTube ist auch für das Wissensmanagement bezüglich Weiterentwicklung, Verteilung, Nutzung, Bewahrung und Wissenszugang interessant.

Vorbereitung auf Geschäftstermine

Stehen Verhandlungen oder Termine in einer Fremdsprache an, kann der Mitarbeiter in ein kurzes typisches Verhandlungsgespräch reinhören oder bei wichtigen Technologiekenntnissen einen kurzen Wissens-Checkup an einem Aufgabenbeispiel des Unternehmens oder einer besonders aktuellen Version machen.
Microlearning ist Lernen in kleinen Portionen, im Falle von YouTube mit Kurzvideos von fünf bis zehn Minuten Dauer. Es ist besonders gut für das Lernen mit dem Smartphone geeignet. Aber auch für das fall- und situationsspezifische Lernen ist YouTube im Microlearning geeignet. Beispiele hierfür ist eine Software-Kurzschulung für eine bestimmte Office-Anwendung oder Teilhandhabung einer neuen Maschine.

Medienkompetenz schulen

Zudem stärkt der Umgang mit der Plattform die Mitarbeiter in der Medienkompetenz, indem sie Lernvideos recherchieren und beurteilen und YouTube durch dessen Nutzung verstehen. Auch das selbstverantwortliche Lernen in Netzwerken und der Gedanke des Teilens werden gefördert.

Die Personalabteilung kann per E-Mail bestimmte Mitarbeitergruppen monatlich auf eine Auswahl der interessantesten Lern-Videos hinweisen. Der Betrieb könnte darüber hinaus ein YouTube-Wissensarchiv anlegen oder Empfehlungen mit und von Mitarbeitern in einem internen Netzwerk veröffentlichen.

Im Unternehmen können Projekt- oder Lehrlingsgruppen oder Praktikanten Videofilme oder Reportagen anfertigen. Das trainiert auch die didaktischen Fähigkeiten, vertieft Wissen und fördert selbstverantwortliches Lernen.

Lern-YouTube in englischer Sprache

Es existiert eine auf Lernthemen spezialisiertes, allerdings englischsprachiges YouTube-Sammlung. Vor allem sind Community-Mitglieder ein wichtiger Teil der Entwicklung dieser konsequent dem Lernen gewidmeten Website von Videofilm-Sammlungen. Darüber hinaus kommen noch Podcasts, Dokumente, Audios und Fotos hinzu.

Auf dem neuesten Stand bleiben

Es ist möglich, YouTube-Kanäle zu bestimmten Themengruppen, beispielsweise nach Lernzielen, Fremdsprachen und betriebsspezifischen Themen zu erstellen und zu abonnieren. Der User erhält Benachrichtigungen, wenn neue Videos zu gewählten Themengruppen hochgeladen werden. Das erhöht die Lernkontinuität und Aktualität des Lernstoffes.

Interessante betriebliche Lernvideos können auf anderen sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter oder als anschauliche Beispiele auf der Karriere-Website zeit- und ortsunabhängig weiter verwendet und verteilt werden. Dadurch kann sich der Betrieb als Arbeitgeber profilieren, der moderne und effektive Formen der betrieblichen Weiterbildung einsetzt und in diesem Bereich mit authentischen Informationen aktiv ist.

YouTube-Videos haben eine unterschiedliche Qualität – Qualitätsgütesiegel fehlen. Auch die Masse an Videos macht den Kanal unübersichtlich und der User kann sich schnell im Angebotsdschungel verlieren. Mehrere Begriffe einzugeben, die Auto-Vervollständigung zu nutzen oder nach Bewertungen zu filtern verbessert die Qualität und reduziert den Rechercheaufwand. So klappt es dann auch, YouTube als Lerninstrument und für die Wissensvermittlung zu nutzen. dhz

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