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Medaillen im Blick WorldSkills: So trainiert das Nationalteam der Beton- und Stahlbetonbauer

Sie wollen eine Medaille in Kazan holen, am liebsten natürlich die Goldmedaille – das deutsche Nationalteam der Betonbauer: Julian Kiesl und Niklas Berroth. Aktuell befinden sie sich im Aus- und Fortbildungszentrum der Bauinnung in Nördlingen. Hier ist das Leistungszentrum für die WorldSkills.

Die deutschen Beton- und Stahlbetonbauer sind in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich auf der internationalen Bühne gewesen. Im letzten Jahr gab es bei den Europameisterschaften Bronze und in den Jahren 2015 und 2017 bei den Weltmeisterschaften, den WorldSkills, jeweils ­Silber für das deutsche Nationalteam.

Einen entscheidenden Anteil hat das Aus- und Fortbildungszentrum der Bauinnung in Nördlingen. Hier ist das Leistungszentrum für die WorldSkills. Aktuell bereiten sich Julian Kiesl (20) aus Mallersdorf-Pfaffenberg in Bayern und Niklas Berroth (21) aus Sulzbach-Laufen in Baden-Württemberg auf die WorldSkills vor, die in diesem Jahr vom 22. bis zum 27. August in Kazan in Russland stattfinden. Ihr Bundestrainer Josef Leberle will sie fit machen, um bei dem herausfordernden Wettkampf eine Medaille zu holen.

Hervorragende Trainingsbedingungen

Im Aus- und Fortbildungszentrum der Nördlinger Bauinnung wird den beiden Medaillenaspiranten eine eigene Halle zur Verfügung gestellt, in der sie ungestört mit Bundestrainer Leberle, der gleichzeitig auch Ausbildungsleiter des Aus- und Fortbildungszentrums ist, trainieren können. Die Ausstattung ist top und die Trainingsbedingungen dort sind perfekt. Werner Luther, Obermeister der Bauinnung Nordschwaben und damit Chef des Aus- und Fortbildungszentrums, war in den vergangenen Jahren selbst Betreuer des Nationalteams und hatte damit quasi doppelten Anteil an den Erfolgen. Er traut dem aktuellen Nationalteam viel zu und betont vor allem auch die Bedeutung von Berufswettbewerben auf nationaler, aber vor allem auch auf internationaler Ebene.

WorldSkills – Medaillen im Blick

Luther: “Aus meiner Sicht gibt es keine bessere Werbung für die Ausbildungsberufe als die Teilnahme der jungen Handwerker an internationalen Meisterschaften. Wichtig wäre es, dass die enorme Leistung, die hinter diesen Wettbewerben sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den Organisatoren steckt, deutlicher erkannt wird.“ Die Aufgabe bei den WorldSkills in Kazan für die jungen Betonbauer steht fest: Zwei Wände aus Systemschalung mit Decke herstellen, und das in nur 22 Stunden und in möglichst hoher Qualität. Natürlich soll dabei nichts dem Zufall überlassen werden. Bis ins Kleinste wird jeder Handgriff geübt und verinnerlicht. Beim Wettkampf in Kazan müssen Julian Kiesl und Niklas Berroth dann mit höchster Konzentration und Präzision gegen ihre Konkurrenten bestehen.

Worldskills: Gold für Deutschland holen

Die Qualitätsansprüche an das Werkstück sind hoch und liegen weit über denen der üblichen Baustellen. Bundestrainer Josef Leberle hat in diesem Jahr besonders die anderen Länder im Blick: “Anfänglich haben wir uns nur an der Qualität der deutschen Meisterschaften orientiert. Aus unseren Beobachtungen der anderen Länder wissen wir aber, dass wir damit nicht zufrieden sein können, wenn wir in Kazan gewinnen wollen. Und genau das haben wir vor.“

Der Respekt vor der Aufgabe trübt aber keinesfalls Motivation und Siegeswillen des Teams. “Am Ende des Trainings werden wir uns weiter verbessert haben, genauer und schneller arbeiten, sodass wir ein Zeitfenster für Ausbesserungen gewinnen“, erklärt Berroth. “Ich glaube, dass wir damit eine gute Chance haben, Gold für Deutschland zu holen.“

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