WorldSkills - Weltmeisterschaft der Berufe -

Ergebnisse der Weltmeisterschaft der Berufe WorldSkills 2019: Zweimal Gold, aber nur Platz 14 im Medaillen-Ranking

Die deutschen Zimmerer und Fliesenleger holten bei den WorldSkills 2019 jeweils Gold, die Betonbauer Bronze. Mehr Medaillen waren für das deutsche Handwerk jedoch nicht drin. Warum die Nationalmannschaft trotz Platz 14 im Medaillenspiegel ein positives Fazit zieht.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets WorldSkills - Weltmeisterschaft der Berufe

Die lange und anstrengende Vorbereitung hat sich für Alexander Bruns ausgezahlt. Nach vier spannenden Wettkampftagen bei den WorldSkills 2019 im russischen Kasan stand der Zimmerer ganz oben auf dem Siegertreppchen und freute sich über seine Goldmedaille. "Dass ich es jetzt geschafft habe, nach monatelanger Vorbereitung, spannendem Wettkampf, sauengem Feld, vier Silbermedaillen in meinem Skill und ich der einzige, der Gold geholt hat. Ich weiß nicht, was ich sagen soll", sagte der 21-Jährige.

Eine weltmeisterliche Leistung lieferte auch Fliesenleger Janis Gentner. Er holt sich die Goldmedaille in seiner Disziplin und erhielt als Punktbester der gesamten deutschen Mannschaft eine zusätzliche Auszeichnung. "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl auf der Bühne zu stehen", freute sich der 21-Jährige nach der Medaillenübergabe. Dieses Gefühl durften auch Betonbauer Julian Kiesl und Niklas Berroth erleben, sie sicherten sich hinter China und Österreich Bronze.

Medaillen in den "Future Skills"

Nicht nur Handwerker schafften den Sprung auf das Podium. Auch in den sogenannten "Future Skills" bewiesen die deutschen Teilnehmer ihr Können. So konnten das Duo Thomas Haag und Sophie Charlotte Keunecke sowie Mark Lattwein in den Disziplinen Robot Systems Integration und Industry 4.0 jeweils eine Bronzemedaille ergattern. Weitere Auszeichnungen gingen an Benjamin Fros, der im Speedwettbewerb in der Disziplin IT-Software Solutions for Business Weltmeister wurde, und an Lukas Kohl. Er gewann den "Sustainable Practive Award" in der Water Technology.

Hubert Romer, Geschäftsführer von WorldSkills Germany, zieht nach der Weltmeisterschaft ein positives Fazit: "Ein sehr gutes Ergebnis, wenn wir das gesamte Team anschauen." Jeder Teilnehmer habe sein Bestes gegeben und zusammen habe die Nationalmannschaft große Leistungssprünge geschafft. Dafür stünde auch die hohe Anzahl an Exzellenzmedaillen. Eine solche erhalten Teilnehmer, die mehr als 700 von maximal 800 Punkten erreichen konnten. Insgesamt 19 der 32 deutschen Teilnehmer bekamen bei der gestrigen Siegerehrung eine "Medallion for Excellence" verliehen. Für fünf Teilnehmer war es sogar so eng, dass ihnen nur wenige Punkte für einen Platz auf dem Podium fehlten.

Platz 14 im Medaillen-Ranking

Der Leistungssprung lässt sich auch im Medaillen-Ranking wiedererkennen, denn im Vergleich zur letzten Weltmeisterschaft konnte sich das deutsche Team um sechs Plätze verbessern. Vor allem dass 19 der 32 Starter eine Exzellenzmedaille erhielten, stimmte Romer positiv. Dass es trotzdem nicht für eine Platzierung in der Weltspitze reichte, fasst er keinenfalls negativ auf, sondern sieht in der Verbesserung ein gutes Zeichen: "Jetzt haben wir einen breiten Mittelbau aufgebaut und eine sehr starke Struktur entwickelt." Nun ginge es darum, die Talente weiter zu fördern und den Anschluss an die Spitze nicht zu verlieren, die vor allem von China, Russland, Korea und der Schweiz dominiert wird. Auch in diesem Jahr nehmen diese Nationen die vordersten Plätze im Medaillen-Ranking ein. Allein China feierte 16 Mal Gold. sar

Länder-Ranking bei den WorldSkills 2019

Land Durchschnittliche Medaillenpunkte Teammitglieder Gold Silber Bronze Exzellenzmedaillen
1. China 2.38 56 16 14 5 17
2. Russland 1.80 56 14 4 4 25
3. Korea 1.62 47 7 6 2 26
4. Schweiz 1.54 39 5 5 6 13
5. Taipei 1.51 45 5 5 5 23
6. Südtirol 1.50 14 1 2 2 7
7. Österreich 1.35 40 5 5 1 17
8. Australien 1.20 15 0 1 3 9
9. Frankreich 1.14 36 1 4 3 19
10. Irland 1.13. 15 2 0 1 7
           
14. Deutschland 0.91 32 2 0 1 19
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