Bildergalerie: WorldSkills 2017: Gold-Hoffnungen für die WM der Berufe

WorldSkills Lukas Heyn
© Wolfgang Schmidt
Die WorldSkills, die Weltmeisterschaft der Berufe, finden im Oktober in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) statt. Eine deutsche Goldhoffnung ist Lukas Heyn, SHK-Anlagenmechaniker aus Hartenstein im Erzgebirge. "Ich will Weltmeister werden", sagt der 21-Jährige selbstbewusst. Spätestens seit er im Juni einen internationalen Wettbewerb in China gewonnen hat, gilt er als Favorit. Regelmäßig bereitet sich Lukas Heyn mit seinem Trainer André Schnabel im Bundesleistungszentrum Schweinfurt vor. "Die Anforderungen an mich sind sehr hoch, aber das ist okay", sagt er ganz cool. "Die WorldSkills sind ein Riesenereignis. Ich hätte nie gedacht, dass ich durch meinen Beruf so weit in der Welt rumkomme und so viele Menschen kennenlerne."
WorldSkills Johanna Volz
© WorldSkills Germany/Frank Erpinar
39 Männer und nur drei Frauen im Team. Eine von ihnen ist Kosmetikerin Johanna Volz aus dem bayerischen Lichtenau. Die WorldSkills in Abu Dhabi sieht sie als große Herausforderung, denn ihr Beruf werde oft in einem falschen Licht gesehen. "Es gehört sehr viel dazu. Es ist Kunst, Arbeit und auch ein bisschen Psychologie." Sie übe ihren Beruf mit viel Herz und Leidenschaft aus. Zwei Jahre hat Johanna Volz ihr Handwerk in einer Privatschule in Nürnberg erlernt. Neben ihrer Arbeit hat die 19-Jährige regelmäßig mit ihrer Trainerin Brigitte Ratzke in Hamburg trainiert. Mit ihrer asiatischen Konkurrenz sieht sie sich auf Augenhöhe. Bei einem internationalen Wettbewerb in diesem Jahr in Shanghai hat sie schon mal die Silbermedaille gewonnen.
WorldSkills Markus Figl
© Fridtjof Ludwig, TSD
Für die WorldSkills hat Möbelschreiner Markus Figl über 40 Tage bei Florian Langenmair in Dinkelscherben bei Augsburg trainiert. "Ich wollte von klein auf mit Holz arbeiten." Mit einem unscheinbaren Brett habe man alle Möglichkeiten. "Man kann es bearbeiten, wie man will und es kommt immer etwas Schönes raus." Der 22-Jährige aus Fürstenfeldbruck hat sich einen Platz unter den ersten fünf zum Ziel gesetzt. Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Abu Dhabi werden sich allerdings auf seinen Werkstoff Holz auswirken, mit größeren Problemen rechnet Markus Figl aber nicht: "Das Holz wird sicher erst vor Ort hergerichtet, dass es sich akklimatisieren kann. Dann müsste es passen."
WorldSkills Kevin Hofacker
© Holzbau Deutschland/Swantje Küttner
Was die Medaillen betrifft sind die Zimmerer in der deutschen Mannschaft eine Bank. Kevin Hofacker fährt als amtierender Europameister nach Abu Dhabi, doch er erwartet einen sehr engen Wettkampf. „Natürlich träumt man vom Treppchen, aber die Konkurrenz ist stark.“ Bei der Europameisterschaft gaben zweieinhalb Punkte den Ausschlag für Gold. „Wenn man einen Schnitt am ganzen Modell zweimal machen muss, sind das schon zweieinhalb Punkte.“ Auf die Weltmeisterschaft bereitet sich Kevin Hofacker seit Dezember 2016 vor. In vier Tagen Wettkampf müssen die Zimmerer einen Pavillon mit Fußboden, Sitzbank und Stehtisch bauen. „Das ist ein heftiges Programm“, sagt der 22-Jährige aus dem hessischen Steinau, der die Meisterschule für die Weltmeisterschaft derzeit unterbrochen hat. 30 Prozent der Aufgabe werden im Wettkampf dann noch verändert.
WorldSkills Medin Murati
© Max Frehner
Bronze ist Pflicht, Gold der Traum. Mit großen Ambitionen reist Betonbauer Medin Murati zur Weltmeisterschaft der Berufe. Einzig von zwei Nationen erwartet er, dass sie ihm das Leben schwer machen könnten. "Von den Brasilianern wissen wir, dass sie sehr viel trainieren. Und die Österreicher sind generell sehr stark", erklärt der 20-Jährige aus Warmisried. Spannend bleibt die Frage nach dem Beton: "Wir haben keine Ahnung, wie die Konsistenz sein wird."
WorldSkills Mirko Betz
© ZKF
Als Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker Fachrichtung Instandhaltungstechnik. hat sich Mirko Betz viele Monate im Schulungszentrum des Zentralverbandes Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) in Friedberg auf die WorldSkills vorbereitet. Seinen Wettkampfaufgaben in Abu Dhabi wird sich der 21-Jährige aus dem hessischen Flieden an einer Mercedes A-Klasse stellen. In 21 Stunden muss er unter anderem einen Längsträger ersetzen, eine Seitenwand ausbeulen, eine Alureparatur durchführen und eine Aufgabe rund um den Airbag lösen. Seine größten Konkurrenten kommen dabei aus dem asiatischen Raum. Sie haben in der Vergangenheit stets die vorderen Plätze belegt. Deshalb setzt Mirko Betz sein Ziel nicht zu hoch: "Schön wäre es, bei 23 Teilnehmern unter die besten zehn zu kommen."
WorldSkills Lukas Kirschmer
© ZDB/Küttner
"Der Wettbewerb ist wie Olympia für uns", erklärt Lukas Kirschmer. Als Stuckateur steht er bei den WorldSkills vor der Aufgabe, ein Zimmer mit drei unterschiedlich bearbeiteten Wänden zu errichten. So viel ist bekannt, mehr nicht. Als Stuckateur bekommt der 20-Jährige aus Blaubeuren im Vergleich zu anderen Skills kein Testprojekt zur Verfügung gestellt. Für sein Training zeichnet er daher eigene Projekte. Seit Ende Mai trainiert Lukas Kirschmer fast wöchentlich – dafür ist er unentgeltlich im Familienbetrieb freigestellt. Bei seiner Zielsetzung gibt er sich bescheiden: "Wenn ich am Ende behaupten kann, dass ich mein Bestes gegeben habe, dann wäre ein vierter oder fünfter Platz vollkommen in Ordnung."
WorldSkills Fabian Böckeler
© privat
Seinen Beruf sieht man ihm nicht an, was daran liegen könnte, dass Konditor Fabian Böckeler aus dem badischen Bühl sechsmal die Woche Sport macht. Dennoch gibt er zu: "Während der Arbeit bin ich ein guter Nascher." Seine Ausbildung absolvierte er im elterlichen Betrieb, doch um berufliche Erfahrung zu sammeln, arbeitet er derzeit in der Schweiz. "Ich finde es toll, an den WorldSkills teilzunehmen. Das bringt einen extrem weiter." Gerade in seinem Gewerk öffneten sich durch Wettbewerbe und Auszeichnungen viele Türen. Der Wettbewerb der Konditoren dauert zwei Tage und hat das Thema Graffiti/Street-Art. Unter anderem werden Schoko-Riegel, Marzipanfiguren, zwei Torten und ein Schaustück aus Schokolade hergestellt. "Der größte Konkurrent von uns allen ist die Zeit", sagt der 22-Jährige. "Wenn etwas kaputt geht, ist es vorbei". Denn die Zeit reiche nicht aus, ein Stück nochmal zu machen. Unterstützung erhält er in Abu Dhabi aus der Heimat: "Meine ganze Familie wird da sein."