Dresden -

1.789 neue Lehrlinge im ostsächsischen Handwerk Wissen weitergeben für langfristigen Erfolg

Karrierestart im Handwerk: 1.789 junge Frauen und Männer haben (Stand 31. August) für das neue Ausbildungsjahr einen Lehrvertrag mit einem ostsächsischen Handwerksbetrieb in der Tasche.

„Die Betriebe benötigen Fachkräfte und möchten diese auch selbst ausbilden“, so Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden. Das gilt auch für die Heinz Lange Bauunternehmen GmbH aus Medingen: „Unternehmen, die langfristig Erfolg haben möchten, müssen ihr Wissen weitergeben. Das geht nur durch Ausbildung“, ist Geschäftsführerin Janet Lange überzeugt und hat zum neuen Ausbildungsjahr gleich ein halbes Dutzend Lehrlinge eingestellt.

Eine junge Frau beginnt als Auszubildende zur Industriekauffrau und fünf junge Männer starten in Handwerksberufen. Tom Meier (15) und Tom Hedler (17) aus Dresden haben sich für die Ausbildung zum Straßenbauer entschieden. Domenik Anders (16) aus Lückersdorf und Till Raupbach (15) aus Medingen lernen Baugeräteführer. Bernhard Haufe (16) aus Weixdorf wird Land- und Baumaschinenmechatroniker.

Die beiden letzteren Berufe werden in dem Familienbetrieb erstmals ausgebildet. „Sie wurden nachgefragt und ich finde, dass jeder Jugendliche seinen Traumberuf lernen sollte“, begründet Janet Lange die Entscheidung. Unterstützung bei der schnellen Umsetzung der neuen Ausbildungsangebote erhielt die Unternehmerin bei Thomas Götze, Leiter Ausbildungsberatung der Handwerkskammer Dresden. Mit der Qualität der Azubis ist Lange in diesem Jahr sehr zufrieden und blickt zuversichtlich auf deren Lehrzeit. Beide Seiten wissen, worauf sie sich einlassen: Jeder, der in der Heinz Lange Bauunternehmen GmbH anfangen möchte, muss einige Tage Probe arbeiten.

Gegenseitiges Kennenlernen bildete auch den Auftakt zur Ausbildung von Annabella Ligresti in der Weinböhlaer Bäckerei und Konditorei Liebscher. Die 23-Jährige studierte zunächst einige Semester Anglistik. „Ich habe dann gemerkt, dass ich nicht der Typ fürs Akademische bin“, erzählt sie. Weil das Backen ihr Hobby ist, entschloss sie sich, auf das Handwerk umzusatteln. Es folgten Probearbeitstage in verschiedenen Bäckereien. Bäckermeister Karsten Liebscher stellte die motivierte Ottendorferin sofort ein.

Der Kontrast zum Studium könnte größer nicht sein, doch Ligresti betont: „An die Anstrengung gewöhnt man sich schnell.“ Aufgrund ihres Abiturs kann sie die Ausbildung um einige Monate verkürzen. Deshalb steigt sie in der Berufsschule schon ins zweite Schuljahr ein. Im nächsten Frühjahr folgt bereits die Zwischenprüfung. „Die Lehrzeitverkürzung ist anspruchsvoll, doch ich traue ihr das zu“, sagt Ausbilder Liebscher.

Service für Betriebe: Online-Lehrvertrag

Auf der Website der Handwerkskammer Dresden kann der Lehrvertrag direkt online ausgefüllt werden. Das erleichtert das Eintragen. Zudem können Betriebe jederzeit den aktuellen Bearbeitungsstatus des eingesendeten Lehrvertrags verfolgen. Immer mehr Betriebe machen Gebrauch von diesem Angebot – waren es 2017 nur 23 Prozent der ausbildenden Betriebe, haben 2018 bereits 60 Prozent den Online-Lehrvertrag genutzt.

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