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Reaktionen auf die US-Wahlen Wirtschaft durch US-Wahl verunsichert

Wirtschaftsexperten warnen nach dem Sieg Donald Trumps vor wirtschaftlichen Rückschlägen, sollte der neue US-Präsident seine Abschottungspolitik umsetzen.

Der unerwartet klare Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen sorgt in der deutschen Wirtschaft für Beunruhigung. "Die Verunsicherung in der Wirtschaft ist riesengroß", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Ulrich Grillo. Donald Trump sei gut beraten, die US-Wirtschaft nicht von der Welt abzuschotten. "Sonst wird die Unklarheit über den künftigen Kurs zu erheblichen negativen Effekten für die Weltwirtschaft führen", sagte er. "In Deutschland hängen 1,5 Millionen Arbeitsplätze vom US-Geschäft ab, die USA sind der wichtigste Handelspartner Deutschlands", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Wenn Trump die Handelsschranken durchsetzen könnte, die er angekündigt hat, wäre der Schaden groß, warnte er.

Einschränkungen für Exportwirtschaft befürchtet

Anlass zur Besorgnis ist der US-Wahlausgang auch für Andreas Bley, Chef-Volkswirt des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. "Die hohe Unsicherheit über die künftige Außen- und Wirtschaftspolitik der USA ist ein weiterer Belastungsfaktor für die Weltwirtschaft und wird die Investitionsbereitschaft dämpfen." Zwar werde das Wirtschaftswachstum in Deutschland in diesem und im nächsten Jahr davon nur geringfügig belastet. "Längerfristig könnte sich die freihandelskritische Haltung Trumps für die exportorientierten Unternehmen in Deutschland und ihre Beschäftigten aber spürbar negativ auswirken", warnte er.

Gerade deshalb setzt Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer auf eine weiterhin gute transatlantische Zusammenarbeit. „Ich hoffe, dass Europas Verhältnis zu den USA auch unter dem neuen Präsidenten stark und belastbar bleibt“, sagte er. Auch künftig müssten Freihandel und Zusammenarbeit statt Protektionismus und Abschottung das Leitbild sein. "Die TTIP-Verhandlungen müssen erfolgreich abgeschlossen werden", forderte er.

Merkel respektiert Wahlentscheidung der US-Bürger

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte in einem kurzen Statement die Wahlentscheidung des amerikanischen Volkes und gratulierte Trump zu seinem Wahlsieg. "Mit keinem Land außerhalb der Europäischen Union haben wir eine tiefere Verbindung als mit den Vereinigten Staaten von Amerika", unterstrich sie die Bedeutung der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit. Auf der Basis gemeinsamer freiheitlicher Werte biete sie den USA ihre Zusammenarbeit an.

Trump will US-Wirtschaftswachstum verdoppeln

Der Republikaner Trump hatte in einem harten Wahlkampf gegen die Demokratin Hillary Clinton die Wahl am Ende doch für sich entschieden, obwohl die Umfragen lange Zeit von einem gegenteiligen Ergebnis ausgingen. In seiner Siegesrede machte Trump klar, dass er die US-Wirtschaft wieder nach vorne und das Wirtschaftswachstum verdoppeln wolle. Nicht zuletzt sollten auch Investitionen in die Infrastruktur dazu beitragen. Die Finanzmärkte, die einen Sieg Clintons erwartet hatten, reagierten zuerst mit Turbulenzen, konnten sich dann aber wieder etwas beruhigen.

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