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Unterstützung für Betriebssystem läuft aus Windows XP: Betriebe sollten umsteigen

Microsoft stellt seine Unterstützung des Betriebssystems Windows XP zum 8. April 2014 ein. Nach Beschwerden wird der Virenschutz allerdings ein Jahr länger aktualisiert. Betriebe sollten die Zeit nutzen, um auf ein neueres System umzusteigen. Das geht in wenigen Schritten.

alter Computer
Kein Fall für den Mülleimer: Um alte Rechner auf neue Betriebssysteme umzurüsten, braucht es neuen Arbeitsspeicher und manchmal eine neue Festplatte, aber nicht immer einen komplett neuen Rechner. -

Noch immer setzen viele Betriebe auf das veraltete Betriebssystem Windows XP. Wer noch nicht umgestiegen ist auf eine neuere Version, sollte das jetzt schnell nachholen. Microsoft hat kürzlich bekannt gegeben, sein Vireschutzprogramm Security Essentials auf Windows XP anstatt bis zum 8. April 2014 nun noch bis zum 14. Juli 2015 mit neuen Signaturen zu beliefern. Doch danach dürfte das Betriebssystem zum Sicherheitsrisiko für Handwerksunternehmer werden.

"Windows XP ist bereits seit einiger Zeit ein Auslaufmodell, der mehrmals verlängerte Support durch Microsoft läuft am 8. April 2014 endgültig aus", sagt Oliver Gürtler, Chef von Windows Deutschland. Das bedeutet für alle Nutzer, dass es für Windows XP in einem halben Jahr keine Sicherheits-Updates, Aktualisierungen und keine technische Hilfe mehr geben wird. Unternehmen, die nach dem 8. April weiterhin auf Windows XP setzen, müssen sich den damit verbundenen Risiken bewusst sein.

Windows XP basiert auf längst veralteten Sicherheitsarchitekturen, die nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen. Damit sind Angriffe von Viren, Spyware und Malware absehbar. Das kann wiederum zum Verlust aller persönlichen und geschäftlichen Dokumente führen. Betriebe riskieren damit nicht nur die Sicherheit ihrer eigenen Daten, sondern auch die ihrer Kunden und Partner.

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© Microsoft

Ein aktueller Sicherheitsbericht zeigt, dass Windows-XP-Rechner im Vergleich zur 64-Bit-Version von Windows 8 mehr als 56-mal häufiger Opfer von schädlicher Software sind, Tendenz steigend.

Hohe Kosten die Folge                              

Unternehmen, die auf veraltete Betriebssysteme setzen, haben auch mit höheren Ausgaben zu rechnen. Steigende IT-Kosten für die Wartung sowie verlorene produktive Arbeitszeit aufgrund vermehrter Angriffe von Schadprogrammen und häufig notwendiger Neustarts des Betriebssystems führen zu deutlich höheren Betriebskosten.

Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts IDC steigen die kombinierten IT-Arbeitskosten und Benutzerproduktivitätskosten pro PC vom zweiten bis zum fünften Jahr um ganze 73 Prozent.

Ein weiterer, kritischer Punkt für Betriebe mit XP-Rechnern ist zudem die Tatsache, dass auch Drittanbieter von Software-Anwendungen den Support kontinuierlich einstellen oder diesen nur noch kostenpflichtig anbieten. Neue Programme werden für Windows XP gar nicht erst geschrieben. Viele wichtige Anwendungen, beispielsweise zur Personalplanung oder Produktsteuerung, werden nur noch für die neueren Windows-Versionen programmiert. Zudem stellen Hardware-Hersteller keine Treiber mehr für Windows XP zur Verfügung, so dass Windows XP-Rechner beispielsweise keine modernen Druckermodelle mehr erkennen. Windows XP ist eben ein Kind der Jahrtausendwende und wird heute weder den Ansprüchen der Anwender an moderne Technologien, noch den hohen Sicherheitsanforderungen der IT-Abteilungen gerecht.

Hilfe beim Umstieg

Um Unternehmen beim Wechsel von Windows XP auf eine modernere Windows-Version zu helfen, bietet Microsoft auf windows.de diverse Online-Tools, Trainings und Materialien an, um veraltete Windows-Versionen reibungslos abzulösen.

Für viele kleinere und mittelständische Unternehmen, beispielsweise aus dem Handwerk, ist eine größere Investition in die Hardware aber gar nicht unmittelbar notwendig – je nachdem über welche Rechnerleistung die Betriebe verfügen, kann hier einfach Windows XP durch eine modernere Windows-Version ersetzt werden. Am einfachsten klappt der Umstieg, wenn der Betrieb ohnehin vorhat, seine Rechner auszutauschen oder zu modernisieren, denn mit der neuen Hardware werden meist auch Vollversionen des neuesten Betriebssystems mitgeliefert. sg

Ein Interview mit Oliver Gürtler über das Auslaufmodell Windows XP lesen Sie hier .

Was die Aufrüstung nötig? – was der Umstieg auf ein neues Windows kostet

Bald ist Schluss für Windows XP. Doch den Umstieg auf Windows 7 oder 8 schaffen alte Computer meist nur mit ein wenig neuer Hardware.

Die neueren Versionen sind technisch aber etwas anspruchsvoller als XP, berichtet die Zeitschrift "PC Magazin" und gibt Hinweise, wann in neue Technik investiert werden sollte. Meist sind dafür nicht mehr als 100 Euro nötig.

Das wichtigste Update ist der Arbeitsspeicher. Denn die früher üblichen 256 oder 512 Megabyte RAM sind für moderne Betriebssysteme zu wenig. Neue Speicherriegel mit zwei oder drei Gigabyte gibt es den Angaben nach aber schon für 40 bis 60 Euro. Außerdem ist eine neue Festplatte meist ratsam, zum Beispiel mit einem Terabyte Speicherplatz für um die 55 Euro.

Bei der Grafikkarte sollten sich Verbraucher auf ein günstiges Modell für 40 bis 50 Euro beschränken – teurere und schnellere Karten werden vom Prozessor nur ausgebremst.

Hoffnungslos veraltete Rechner sind selbst mit neuer Hardware aber kaum zu retten: Wer zum Beispiel einen zwölf Jahre alten Computer mit Athlon-XP-Prozessor von AMD oder der Northwood-Version von Intels Premium 4 benutzt, kann Windows 8 gar nicht erst installieren – dafür braucht es mindestens die neueren Athlon-64-Chips oder die Prescott-Variante des Pentium 4. Und auch Windows 7 läuft auf der veralteten Hardware nur so gerade. Spiele oder anspruchsvolle Software sind damit aber nicht mehr möglich.

Auf etwas neueren Computern, die schon AMD- oder Intel-Prozessoren mit zwei Kernen an Bord haben, laufen neue Windows-Versionen dagegen deutlich besser. Den Arbeitsspeicher sollten Nutzer aber auch hier aufrüsten.

Für einen deutlichen Temposchub können Besitzer solcher Rechner außerdem eine SSD-Festplatte einbauen. Das geht allerdings nur, wenn das Mainboard einen sogenannten PCIe-x1-Steckplatz hat. Dieser kann mit einem SATA-Controller bestückt werden, der wiederum mit der SSD verbunden wird. Insgesamt kosten Controller und Festplatten mindestens 120 Euro. dpa

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