Mittelfranken -

Willi Hönekopp eine Straße gewidmet

Der Bubenreuther Ehrenbürger half bei der Ansiedelung der sudentendeutschen Geigenbauer

Anlässlich der Festveranstaltung zur 60. Wiederkehr der Grundsteinlegung zur Geigenbauersiedlung enthüllte Bubenreuths Bürgermeister Rudolf Greif in Anwesenheit der Kinder des Ehrenbürgers, Roswitha Nikol, geb. Hönekopp, und Elmar Hönekopp, das neue Straßenschild für die Willi-Hönekopp-Straße.

Viele Heimatvertriebene aus dem Sudetenland, so begann Bürgermeister Greif seinen Rückblick auf Willi Hönekopp, kamen mit den Flüchtlingszügen in den süddeutschen und hier hauptsächlich in den bayerischen Raum. In beengten und teils menschenunwürdigen Lagern und Behelfsheimen mussten die Vertriebenen wohnen oder besser gesagt hausen. Schon bald erkannten die Verantwortlichen der damaligen bayerischen Staatsregierung, dass es dringend geboten war, gerade die Musikinstrumentenbauer aus Schönbach und Umgebung wieder zentral anzusiedeln. Es kamen daraufhin verschiedene Orte in Bayern in Betracht. Der damalige Landrat des Landkreises, Otto Hahn, bemühte sich frühzeitig mit Unterstützung von Willi Hönekopp um die Ansiedlung der Schönbacher Musikinstrumentenbauer im Landkreis Erlangen. Im Jahr 1948 wurde Willi Hönekopp zum Landrat des Landkreises Erlangen gewählt. Dieser bemühte sich nun noch intensiver um die Ansiedlung der Schönbacher Geigenbauer in seinem Landkreis. Am 4. Oktober 1948 beschloss der Erlangener Kreistag unter der Leitung von Landrat Hönekopp einstimmig, die Schönbacher im Landkreis Erlangen anzusiedeln. Nun ging man daran, die Planungen für den Bau einer 2000 Personen fassenden, geschlossenen Siedlung in Angriff zu nehmen. Am 1. Oktober 1949 setzten sich Landrat Hönekopp und Josef Höfner mit Bubenreuths Bürgermeister Hans Paulus zusammen. Paulus gab seinen Gemeinderäten zwei Tage Zeit und lud am 3. Oktober 1949 zu einer Gemeinderatssitzung ein, wobei der einstimmige Beschluss zum Bau eines Siedlungsgelände im Süden des alten Ortskerns beschlossen wurde. Hans Paulus selbst stellte 40.000 m2 seines Grundbesitzes zu einem Quadratmeterpreis von 0,70 DM zur Verfügung. Andere Landwirte mit Grundeigentum folgten seinem Beispiel. Bereits am 5. Oktober 1949 begannen die Bauarbeiten an der Schönbacher Straße. Als Bauträger für dieses Siedlungswerk wurde die St.-Josef-Stiftung beauftragt. Für diese Leistung und sein Engagement ernannte 1974 die Gemeinde Bubenreuth Willi Hönekopp zum Ehrenbürger. Auf Antrag des Gemeinderatsmitglieds Andreas Horner beschloss der Rat am 5. Mai 2009 einstimmig, die Josefstraße in Willi-Hönekopp-Straße umzubenennen.

Das Berufsziel des in Bonn geborenen Jubilars war Gewerbelehrer im Malerhandwerk. Nach Gesellen- und Meisterprüfung besuchte Hönekopp die Kunstgewerbeschule und übernahm 1936 in Erlangen ein Malergeschäft mit Atelier für repräsentative Wandmalerei. Nach dem Krieg und amerikanischer Gefangenschaft war Hönekopp auch als Fachlehrer an der Erlanger Berufsschule tätig. Von 1948 bis 1952 stand er als Landrat an der Spitze des Kreises Erlangen und fungierte gleichzeitig als CSU-Kreisvorsitzender. Neben dem Engagement für die konzentrierte Ansiedlung der Schönbacher Geigenbauer in Bubenreuth stand auch der Aufbau der gemeinnützigen Baugenossenschaft des Landkreises für ihn im Vordergrund. Hönekopp war auch kulturell sehr aktiv. Er gründete die Kulturgruppe des Landkreises und auf seine Initiative wurde das 1. Landkreis-Chorsingen durchgeführt. Mit seinen bekannten Emaillearbeiten war Hönekopp auch als Dozent an der Volkshochschule und beim Freizeitamt Erlangen tätig. Dabei initiierte er zahlreiche nationale und auch internationale Veranstaltungen.

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