Reise -

SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental Wilder Kaiser: Eine weite Arena in Weiß

284 km Pisten, über 70 Hütten – Gemütlichkeit, Gastlichkeit und Tiroler Charme, dafür steht die SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental, eines der größten Skigebiete Österreichs.

Ein müder Blick aus dem Fenster. Alles weiß. Moment mal: alles weiß!? Der verschlafene Gesichtsausdruck wandelt sich auf der Stelle zu ungläubigem Staunen. Über Nacht hat der Balkon eine nahezu kniehohe Schneedecke erhalten. Das verspricht ein toller Skitag zu werden mit Tiefschneeabfahrten bis zum Abwinken. Eine Stunde später stehen wir mit Skischuhen an den Füßen, die Ski und Stöcke in der Hand, bei leichtem Schneefall an der Talstation der SkiWelt Scheffau am Wilden Kaiser. Aber: Nix geht. Die Gondelbahn, die uns auf rund 1.600 m ins Skigebiet befördern soll, steht still. Windböen von bis zu 70 Stundenkilometern auf dem Berg machen uns einen Strich durch die Rechnung. "Sicherheit ist oberstes Gebot", sagt der freundliche Seilbahn-Mitarbeiter sichtlich um Verständnis bemüht. Klar, verstehen wir, schade ist es aber trotzdem.

Dabei hat das Skiwochenende am Tag zuvor schon so vielversprechend begonnen. Unser Ziel: die Umrundung der 1.829 m hoch gelegenen Hohen Salve. Ein Blick auf den Pistenplan offenbart uns eine weite Skiarena mit verschlungenen blauen, roten und schwarze Linien – alles Abfahrten mit insgesamt 284 Pistenkilometer, die vielfältigen Skispaß versprechen. Was sich auf dem Plan als wildes Durcheinander zeigt, präsentiert sich in natura als bestens präparierte Skipisten, auf denen man sich dank guter Beschilderung prima zurecht findet. Über den Brandstadl, den Eiberg und den Zinsberg mit ihren leichten bis mittelschweren Abfahrten gelangen wir schließlich zur Bergstation Hochbrixen.

Zauber-Erlebniswelt aus Eis und Schnee

Hier offenbart sich dem Skitouristen, aber auch Nichtskifahrern eine zauberhafte Erlebniswelt aus Eis und Schnee. Beinahe wären wir in an dem Alpeniglu-Dorf vorbeigefahren. Aber wehende Fahnen vor dem Eingang zu dem weißen Dorf aus 18 Iglus machen neugierig. In blaues Licht getaucht empfängt eine mannshohe Eisskulptur in Form eines aufrecht stehenden Bären im Event-Iglu die Besucher. Von den Wänden schauen aus Eis stilisierte Büffel, Schlangen, Hirsche, Eulen, auf uns herab. Man sitzt auf Schaffellen an glasklaren Eistischen, auf denen abends Fondue serviert wird, trinkt coole Drinks aus eisigen Gläsern und wer will, kann im Iglu-Hotel die Nacht in einem kuschelig-warmen Schlafsack bei Kerzenschein verbringen.

Nur ungern verlassen wir diese fantastische Zauberwelt aus Eis und Schnee, aber die Hohe Salve lockt mit ihren anspruchsvollen Abfahrten. Dort, auf 1.800 Meter, genießen Skifahrer vom Gipfel einen einzigartigen Blick auf den Wilden Kaiser, jenes Gebirge, das der Skiregion um die Orte Ellmau, Going, Scheffau, Söll, ihren Namen verleiht. Nach einer kurzen Mittagspause in einer der über 70 urigen Hütten kehren wir zurück an die Nordhänge im Skigebiet Scheffau. Dort ist der Schnee auch am Nachmittag noch pulvrig und griffig. Die Moderer-Skiroute, die vom Brandstadl weg in Richtung Talstation Scheffau führt, ist nicht präpariert und ziemlich steil, für erfahrene Skifahrer kein Problem, Anfänger können die Umfahrung über die Hochlechen-Abfahrt ins Tal nehmen. Für den nächsten Tag haben wir uns die sonnigen Hänge in den Skigebieten Ellmau und Going rund um den Astberg vorgenommen. Doch es sollte anders kommen.

Auf zwei Kufen über den wilden Hexenritt

Da stehen wir nun. Bei dem Wind wird’s mit Skifahren erst mal nichts. Weil die SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental irrsinnig viele Erlebnisse verspricht, begeben wir uns kurz entschlossen auf den "wilden Hexenritt", eine von vier Rodelstrecken mit 3,8 Kilometern Länge. Hinauf geht’s von Söll aus mit der Bahn. Nach dem Motto "vor der Kurve bremsen, in die Kurve hineinlegen, mit der Hand in den Schnee greifen", sausen wir mit ausgeliehenen Rennschlitten ins Tal. Lautes Lachen und Jauchzen, was für eine Gaudi! Und weil’s so schön war, gleich noch zwei-, drei-, viermal – vorbei an spannenden Erlebnisstationen oder kichernden Hexen. Übrigens: Von den insgesamt über zwölf Rodel-Kilometern sind drei Strecken nachts beleuchtet und laden zum Mondschein-Rodeln ein.

Am Abend dann pfeift der Wind weniger stark um die Ohren. Also machen wir uns auf zu einem weiteren Erlebnis: Nachtskifahren. Mit rund zehn Pistenkilometern ist Söll Österreichs größtes Nachtskigebiet. Von weithin sichtbar schlängeln sich fünf beleuchtete Abfahrten und ein Skiparcour den Berg hinab. Weil es den ganzen Tag über immer mal wieder geschneit hat, hinterlassen wir auf den Pisten im Lichtschein eine sich schlängelnde Tiefschneespur nach der anderen, bis wir den Abend bei einem feinen Fleischfondue auf der Stöcklalm ausklingen lassen.

Es bräuchte noch viele Tage, um das ganze Angebot der SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental zu erleben. Neben den 196,5 km Langlaufloipen und fünf Eisstockbahnen laden zahlreiche Winterwanderwege ein, den Winter in unberührter Natur zu erleben. Doch das Wochenende ist vorbei. Das nächste Mal nehmen wir unsere Tochter mit, die in Scheffau im "Schneepiraten Kids Club" dann ihr eigenes Schneeabenteuer genießen kann.

Infos zur SkiWelt Wilder Kaiser

  • 284 km Pisten
  • 90 moderne Lifte und Bahnen
  • Über 70 urige Hütten, Bergrestaurants und Apres Ski Bars
  • Alpeniglu-Dorf mit Hotel, Restaurant, Bar, Eisausstellung und Kirche
  • 4 Funparks, Ski-Movie-Strecken SkiWelt Chill Areas mit Gratis WIFI
  • 22 Skischulen mit eigenen Kinderskischulen, Kleinkindbetreuung (ab fünf Monate),
  • 4 Rodelbahnen, 3 davon beleuchtet
  • 10 km Nachtskilauf – Österreichs größtes Nachtskigebiet
  • 196,5 Langlaufloipen
  • 250 km Winterwanderwege

Information: Tourismusverband Wilder Kaiser, Dorf 35, A-6352 Ellmau, Telefon: +43 (0) 50509, Fax: +43 (0) 50509190, E-Mail: office@wilderkaiser.info, Internet: www.wilderkaiser.info

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