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Studie zu Craft Beer in Social Media Wie kleine Brauereien soziale Netzwerke für sich nutzen können

Eine aktuelle Studie zeigt: Craft Beer ist auch online ein Trend. Wie kleine Brauereien soziale Netzwerke nutzen können, um sich besser zu vermarkten und das eigene Angebot zu optimieren.

Bier ist in aller Munde, auch in den sozialen Netzwerken. Immer häufiger ein Gesprächsthema: Craft Beer. Ein Trend, der sich aus den Theken Berliner Szene-Kneipen über den gesamten deutschsprachigen Raum ausgebreitet hat. Dabei handelt es sich um handwerklich gebrautes Bier, das überwiegend von kleinen Brauereien hergestellt wird. Auf traditionelle Art und Weise und mit hochwertigen Zutaten werden Biere mit häufig unkonventionellen Geschmacksrichtungen gebraut. Fruchtige, würzige, oder gar rauchige Brauspezialitäten sind nicht selten das Ergebnis.

Aromatisierte Craft Biere wie Pale Ale und IPA sind gefragt. Das hat zufolge, dass immer mehr Brauer den Weg in die Selbständigkeit wagen und ihre eigenen Bierspezialitäten brauen. Der durchschnittliche Bierkonsum der Deutschen ist zwar in den letzten Jahren gesunken, dennoch steigt die Zahl der Brauereien kontinuierlich an. Der Deutsche Brauerbund schätzt, dass es bis zum Jahr 2020 mehr als 1.500 Brauereien in Deutschland geben wird.

Studie: Craft Beer in den sozialen Netzwerken

In einer Studie untersuchte die Berliner Online-Marketing-Agentur Webbosaurus nun, wie präsent das Thema Craft Beer in den sozialen Medien ist, welche die beliebtesten Craft-Beer-Marken sind und worüber online diskutiert wird. Daraus leitete die Agentur Empfehlungen ab, wie kleine Brauereien soziale Netzwerke sinnvoll für sich nutzen können.

Für die Studie betrachtete Webbosaurus einen Monat lang Beiträge und Diskussionen zu Craft Beer in den sozialen Netzwerken. Allein im Monat März verzeichneten die Experten 2.927 Beiträge zu den handwerklich hergestellten Brauspezialitäten sowie zu kleinen und großen Anbietern von Craft Bieren. "Die Gespräche sind dabei überaus positiv", zieht Jan Bartels, Geschäftsführer von Webbosaurus, Bilanz. Nur etwa jeder 26. Beitrag habe einen negativen Charakter.

Craft Beer auch für Frauen ein Thema

Das Thema Bier ist größtenteils eine Männerdomäne. Nur etwa 20 Prozent der Beiträge stammen von weiblichen Nutzern. "Das ist jedoch doppelt so hoch wie im Zusammenhang mit klassischen Biermarken", bescheinigt Bartels dem Thema Craft Beer eine gesteigerte Attraktivität beim weiblichen Geschlecht. Während sich Frauen überwiegend mit dem Thema Pils beschäftigen, findet unter Männer ein reger Austausch über die vielfältigen Biersorten statt.

Twitter und Instagram wichtigste Netzwerke

Präsent ist das Thema vor allem in den sozialen Netzwerken Twitter und Instagram. Fast die Hälfte aller Beiträge werden dort veröffentlicht, wobei der Verzehrmoment meist im Mittelpunkt der Konversationen steht. Doch auch in Foren und Blogs wird ausgiebig über Craft Biere und ihre Brauereien diskutiert. Während Blogger die Produkte meist detailliert bewerten, oder von spannenden Veranstaltungen berichten, werden in Foren überwiegend Braurezepte und Erfahrungen ausgetauscht.

Facebook spielt für Craft-Beer-Brauereien nur eine untergeordnete Rolle. Nur wenige Konversationen finden hier über das handwerklich gebraute Bier statt. Ebenso wenige, dafür aber hochwertige Inhalte werden als Video auf der Plattform YouTube hoch geladen. Einige Biertester verköstigen dort vor laufender Kamera Produkte und geben ausführliche Erfahrungsberichte. Von Online-Nachrichtenseiten kommt in etwa ein Fünftel aller Beiträge. "Dort werden vorwiegend Produktneuerungen aufgegriffen", so Bartels.

Durchschnittlich werden in den sozialen Netzwerken etwa 80 Beiträge pro Tag online gestellt, die sich mit Craft Beer auseinandersetzen. Die meist höheren Preise gegenüber konventionellen Biersorten werden nach Aussage von Bartels kaum thematisiert.

Kleine Brauereien beliebter als große Marken

Bei den etwa 524 Beiträgen, die sich im Monat März konkret mit bestimmten Marken auseinandersetzten, kam Webbosaurus zu einem überraschenden Ergebnis. "Interessant ist, dass über die Craft Biere der großen Brauer trotz deren Markenbekanntheit anteilig weniger gesprochen wird", so Bartels. Konkret bezieht er sich hier auf die bekannten Branchengrößen Becks, Bitburger, Radeberger, Veltins und Warsteiner, die nur in sieben Prozent aller Beiträge genannt wurden.

Entsprechend reiht sich nur eine einzige große Marke in die Top-10 der beliebtesten Craft Beer Marken in den sozialen Medien ein. Die Brauerei Veltins steht mit ihrer Craft-Beer-Marke Grevensteiner auf Platz Sieben der Liste. Die Nase vorn haben Störtebeker, Schlenkerla und Crew Republic.

Was beliebte Brauereien richtig machen

Als Erfolgsrezept von Spitzenreiter Störtebeker sieht Bartels die hohe Markenbekanntheit. Die Bierspezialitäten der Brauerei stehen in den Regalen mehrerer Supermärkte. "Weiterhin sorgte die Präsenz auf der ITB für einige Beiträge", beschreibt Bartels die Ergebnisse seiner Studie. Auf der Fachmesse der internationalen Tourismus-Wirtschaft bot die Brauerei ihren Messebesuchern unter anderem eigene Bierseminare an.

Bei der Brauerei Schlenkerla steht indes das besonders markante Rauchbier im Gesprächsvordergrund. Durch den Versand von kostenlosen Produktproben konnte die Marke zudem zusätzlich an Reichweite in den sozialen Medien gewinnen. Bei der Brauerei Crew Republic seien hingegen das gute Image sowie die große Fangemeinschaft ausschlaggebend. Die Produkte von Crew Republic werden meist mit starken Emotionen verbunden. Begriffe wie "Liebe" oder "Heimat" fielen laut Studie besonders häufig im Zusammenhang mit der Münchner Brauerei.

Wie können Brauereien dieses Wissen nutzen?

Craft Beer ist auch in den sozialen Netzwerken ein Thema. Anbieter sollten die Beiträge in den sozialen Medien daher stets im Auge behalten. "Durch Social Media Monitoring lassen sich sämtliche Beiträge im Social Web kontinuierlich beobachten", rät Bartels.

  • Vor allem bei den Produktbewertungen gilt es genau hinzusehen. Hier geht es darum Feedback aufzunehmen, um eigene Stärken oder Schwächen zu realisieren. Vor allem in Beiträgen auf Blogs, YouTube, oder in Foren werden einzelne Marken ausgiebig unter die Lupe genommen und bewertet. Wer die Meinungen der Kunden gezielt analysiert, kann das Feedback zur Verbesserung des eigenen Angebots nutzen. Auch Wettbewerbsvorteile lassen sich so identifizieren. Einmal ausfindig gemacht, können sie gezielt kommuniziert und ausgebaut werden.
  • Die Craft Beer Studie von Webbosaurus ließ mehrere Meinungsführer erkennen. "Vor allem in Blogs sowie auf Twitter und Instagram gibt es reichweitenstarke Nutzer zum Thema Craft Beer". Die Chancen des Influencer Marketings werden von den Marken jedoch bislang nur unzureichend genutzt. "Lediglich zwei der untersuchten Brauereien versenden bisher Produktpakete", weist Bartels auf eine Möglichkeit zur Verbesserung der Markenbekanntheit hin.
  • Kleine Brauereien sollten versuchen, mit kreativen Veranstaltungen wie Tastings oder Food-Events auf sich aufmerksam zu machen. Entsprechende Events werden von Online-Nutzern mit zahlreichen Beiträgen honoriert. Mit Ideenreichtum hinsichtlich der Rezeptur können kleine Brauereien zudem das Interesse von Online-Nachrichtendiensten wecken.
  • Um die Zielgruppe mit eigenen Inhalten zu erreichen, lohnt sich ein Blick auf die häufigsten Schlagworte im Bezug auf Craft Beer. Die Online-Marketing-Agentur Webbosaurus hat die wichtigsten Begriffe zusammengefasst. fre

Die häufigsten Schlagworte im Bezug auf Craft Beer
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