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Marketing aktuell: E-Commerce für Handwerker Wie ein Online-Shop im Handwerk funktioniert

Viele Handwerker haben sein Potenzial noch nicht erkannt: Der Online-Shop hilft neue Kunden zu gewinnen und den Umsatz zu steigern. Wie Produktvideos, Erfahrungsberichte und Dankesschreiben zum Erfolg beitragen, zeigt das Beispiel einer Tischlerei.

Der Markt der Online-Shopper wächst rasant an. Drei von vier Internetnutzern kaufen häufig oder gelegentlich online ein. Bisher nutzen aber nur sehr wenige Handwerker einen Online-Shop, um ihre Produkte zu vertreiben. Der e-Business Lotse Münster hat in einem Leitfaden, am Beispiel der Tischlerei Dickmänken aus Rheine, die wichtigsten Tipps für den Online-Shop im Handwerk zusammengestellt.

Ein Online-Shop muss gut geplant werden

Für die Brüder Stefan und Klaus Dickmänken war die Einführung ihres Online-Shops ein langer Prozess, aber er hat sich gelohnt. Sie können nun ihre handwerklichen Dienstleistungen online anbieten und auf das veränderte Kundenverhalten reagieren. Insgesamt konnten sie den Umsatz um 15 bis 20 Prozent steigern. Über den Online-Shop schrankwerk.de können Kunden heute maßgeschneiderte Schränke bestellen. Aus ihren Erfahrungen lassen sich einige Tipps ableiten, die jeder Handwerker bei der Einführung eines Online-Shops beachten sollte.

Im Vorfeld müssen Informationen über Software und Dienstleister eingeholt werden. Dafür ist es wichtig zu überlegen, wie das Online-Marketing aussehen und welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Eine klare Strategie, qualitativ hochwertige Produkte und eine effiziente Betriebsstruktur sind die Basis für den Erfolg des Online-Shops. Wer nicht nur eine Standardlösung benötigt, sollte eine Agentur mit der Entwicklung des Online-Shops beauftragen.

Seriosität vermitteln und Vertrauen schaffen

Die Seriosität des Online-Shops muss immer im Vordergrund stehen. Nur, wem die Kunden über den Kaufprozess hinweg vertrauen, hat auch Erfolg und kann sich langfristig gegen seine Online-Mitbewerber durchsetzen.

Entscheidend ist also nicht nur der erste Eindruck, sondern auch die Kaufanbahnung, der Kauf an sich und die Kommunikation nach dem Kauf. Bezahlsystem, Versand und Rückgabemodalitäten sollten möglichst transparent sein. Wenn der Kunde alle Schritte versteht, dann ist er zufrieden und kauft häufiger in dem Online-Shop oder empfiehlt ihn weiter.

Im Internet fehlt der persönliche Kontakt zum Kunden. Der Online-Shop muss dieses Manko wieder ausgleichen. Beschreibungen des Unternehmens, der Produktqualität, des Services und der Erreichbarkeit schaffen Vertrauen. Zum Beispiel können Erfahrungsberichte zufriedener Kunden prominent auf der Seite platziert, Produktvideos gezeigt und das Team vorgestellt werden. Im Servicebereich sollte nicht nur ein Kontaktformular, sondern auch eine Kunden-Hotline hinterlegt sein.

Moderne Marketingstrategien verwenden

Damit der Kunde seine Wünsche genau mitteilen kann, ist ein Konfigurator ratsam. So können sie Schränke individuell gestalten. Außerdem sollte nicht nur ein Warenkorb vorhanden sein, sondern auch ein privater Bereich, in dem der Kunde seine Projekte abspeichern kann. Der Warenkorb sollte den Gesamtpreis, die Mehrwertsteuer und die Versandkosten auflisten.

Wenn die Webseite kundenorientiert gestaltet ist, muss die Marketingstrategie angepasst werden. Um die Kunden auf die Seite zu locken, nützt es nicht viel, nur seine Freunde und Bekannte zu informieren. Suchmaschinenoptimierung, Google AdWords oder auch Videomarketing sind hier die Schlüsselbegriffe, die Sie beachten sollten.

Kommunikation mit dem Kunden ist das A und O

Hat sich ein Kunde für ein Produkt entschieden, ist noch lange nicht Schluss mit der Kommunikation. Nach der Bestellung sollte eine Auftragsbestätigung versandt werden. Ein kurzes Dankesschreiben verleiht dem Kauf noch eine persönlichere Note.

Je nachdem, um welches Produkt es sich handelt, sollte der Kunde, nach einer Anzahlung, den Auftrag freigeben. Bei der Tischlerei Dickmänken erhält jeder Kunde eine Zeichnung seines Auftrages mit der Bitte um Freigabe.

Im weiteren Verlauf sollte der Kunde regelmäßig über den aktuellen Stand des Produktes informiert werden. Wer wissen will, wie zufrieden der Kunde mit dem Kaufprozess und der bestellten Ware ist, sollte direkt nachfragen. Diese Rückmeldung kann dann, mit Einverständnis des Kunden, als Erfahrungsbericht auf der Homepage veröffentlicht werden.

Eigene Mitarbeiter von dem Shop überzeugen

Ein ganz anderer wichtiger Aspekt, der bei der Einführung eines Online-Shops bedacht werden muss, ist der personelle und finanzielle Mehraufwand für den eigenen Betrieb. Bevor Gewinn erzielt werden kann, müssen Arbeitsprozesse stärker digitalisiert und standardisiert werden.

Der Online-Vertrieb ruft auch Veränderungen für die Mitarbeiter hervor. Die neuen Arbeitsschritte, aber auch die umfangreichere Betreuung der Kunden treffen nicht immer auf Zustimmung. Manche Büroangestellten müssen sich auf neue Arbeitszeiten einstellen, da Online-Kunden auch nach den normalen Öffnungszeiten noch Betreuung wünschen. jb

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